Bayerns Volksbanken und Raiffeisenbanken wachsen weiter
ID: 1328806
Bilanzpressekonferenz zum Geschäftsjahr 2015
Kreditvergabe an Privat- und Firmenkunden erneut ausgeweitet
Das Kreditgeschäft der bayerischen Kreditgenossenschaften entwickelte sich 2015 wie schon in den Vorjahren erfreulich. Mit einem Plus von 5,0 Prozent (4,1 Mrd. Euro) auf 87,3 Mrd. Euro weiteten sie ihre Ausleihungen deutlich stärker aus als die deutschen Banken insgesamt (+1,9 Prozent). Im Privatkundengeschäft belief sich der Zuwachs auf 5,6 Prozent (2,3 Mrd. Euro), das Kreditvolumen erhöhte sich auf 43,3 Mrd. Euro. Im Firmenkundengeschäft stieg das Kreditvolumen um 4,6 Prozent (1,8 Mrd. Euro) auf 41,1 Mrd. Euro an. Hier lag der Marktanteil vorläufigen Zahlen zufolge bei 19,3 Prozent.
Das Einlagengeschäft verlief ebenfalls positiv. Mit einem Plus von 4,7 Prozent (5,2 Mrd. Euro) verzeichneten die Banken einen spürbaren Anstieg der Kundengelder. Insgesamt hatten ihnen die Kunden zum Jahresende 115,1 Mrd. Euro anvertraut. Der Marktanteil bei den Kundeneinlagen belief sich gemäß vorläufigen Zahlen auf 19,0 Prozent.
Ergebnis liegt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt
Die Ertragslage zeigte sich 2015 robust. Die Zinsspanne verringerte sich um 1,4 Prozent (45 Mio. Euro) auf 3,19 Mrd. Euro. Einem stärkeren Rückgang aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB wirkten die Kreditgenossenschaften mit dem Kreditwachstum entgegen, wie GVB-Vorstandsmitglied Alexander Büchel bei der Vorlage der Zahlen erklärte. Zugleich weiteten die Banken ihr zinsunabhängiges Geschäft aus: das Provisionsergebnis verbesserte sich um 6,7 Prozent (59 Mio. Euro) auf 929 Mio. Euro.
Die Betriebskosten nahmen um 2,3 Prozent (60 Mio. Euro) auf 2,63 Mrd. Euro zu. Ursachen dafür waren unter anderem die wachsenden Regulierungsanforderungen und tarifvertraglich vereinbarte Gehaltssteigerungen. Außerdem mussten die Institute erstmals die europäische Bankenabgabe abführen, wofür rund 7 Mio. Euro anfielen.
Unterm Strich erwirtschafteten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken 2015 ein bereinigtes Ergebnis vor Ertragssteuern in Höhe von 1,30 Mrd. Euro. Das sind 12,8 Prozent (192 Mio. Euro) weniger als 2014. ?Dennoch liegt das Ergebnis wie in den letzten sechs Jahren immer noch deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2014 von rund 850 Mio. Euro?, so Büchel. Damit können die bayerischen Genossenschaftsbanken ihre Kapitalbasis weiter stärken. Zum Jahresende wiesen die Institute eine komfortable Kernkapitalquote von 14,3 Prozent (2014: 13,4 Prozent) aus.
Keine Gleichmacherei der Geschäftsmodelle von Banken
?Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken sind dauerhaft erfolgreich. Auch das Geschäftsjahr 2015 ist insgesamt positiv verlaufen?, kommentierte GVB-Vorstand Jürgen Gros. Zugleich warnte er vor regulatorischen Maßnahmen auf europäischer Ebene, die das funktionierende Geschäftsmodell der Regionalbanken infrage stellen. ?Wir erleben einen neuen Zentralismus?, sagte Gros mit Blick auf die Vorschläge der EU-Kommission für eine europäische Einlagensicherung. Die Idee sei gefährlich, da sie zu einer Vergemeinschaftung der ungleich verteilten Bankrisiken in Europa führe. Zudem würde damit der bewährte nationale Sparerschutz in Deutschland faktisch abgeschafft.
Neben dem Trend zur Zentralisierung kritisierte Gros die überhandnehmenden Eingriffe in die Geschäftspolitik der Regionalbanken und ihrer Kunden. ?Dieser Dirigismus begrenzt die unternehmerische Freiheit. Und das auch dort, wo Geschäftsmodelle nachweislich solide und erfolgreich sind?, so der GVB-Vorstand. Als Beispiel nannte er die von der EU-Kommission geplante Kapitalmarktunion. Sie zielt darauf ab, die Unternehmensfinanzierung stärker auf den Kapitalmarkt zu verlagern ? obwohl kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland traditionell Bankkredite bevorzugen.
?Die Entwicklung geht in eine falsche Richtung?, sagte Gros. ?Zentralismus und Dirigismus in Europa befördern eine Gleichmacherei der Geschäftsmodelle von Banken.? Dadurch würde jedoch nicht mehr, sondern weniger Finanzstabilität geschaffen. Der GVB spricht sich deshalb für eine strengere Qualitätskontrolle in der Finanzmarktregulierung aus. Gros begrüßte, dass EU-Kommission, Europäisches Parlament und Bundesfinanzministerium sowie Bundestag erste Schritte in diese Richtung unternommen haben. Mit Nachdruck forderte der Verbandsvorstand: ?Wir brauchen Rahmenbedingungen, unter denen die Genossenschaftsbanken in Bayern auch in Zukunft ihre Aufgaben als Finanzdienstleister für Sparer, Mittelstand und die Wirtschaft erfüllen können.?
Weitere Informationen zur Bilanzpressekonferenz:
www.gv-bayern.de/presse
Shortlink zu dieser Pressemitteilung:
http://shortpr.com/yhnqq7
Permanentlink zu dieser Pressemitteilung:
http://www.themenportal.de/wirtschaft-finanzen/bayerns-volksbanken-und-raiffeisenbanken-wachsen-weiter-33955Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vereint unter seinem Dach 1.291 genossenschaftliche Unternehmen. Dazu zählen 273 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 1.018 ländliche und gewerbliche Unternehmen mit insgesamt rund 52.000 Beschäftigten und 2,9 Millionen Mitgliedern. Damit bilden die bayerischen Genossenschaften eine der größten mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat. (Stand: 31.12.2015)
Genossenschaftsverband Bayern e.V.
Florian Ernst
Türkenstraße 22 - 24
80333 München
presse(at)gv-bayern.de
089 - 28683402
www.gv-bayern.de
Datum: 03.03.2016 - 12:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1328806
Anzahl Zeichen: 5721
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Florian Ernst
Stadt:
München
Telefon: 089 - 28683402
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 469 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bayerns Volksbanken und Raiffeisenbanken wachsen weiter"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Genossenschaftsverband Bayern e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Immer mehr Menschen in Bayern setzen auf die Kraft gemeinschaftlichen Unternehmertums. Die Zahl der Genossenschaften steigt das sechste Jahr in Folge. Darauf weist der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) anlässlich des Internationalen Tags der Genossenschaften am 4. Juli hin. Im Jahr 2025 wurden im
GVB: Enteignungsdebatte löst kein Wohnungsproblem - sie verschärft es / Wohnungsbau statt Symbolpolitik: Eigentum schützen, Investitionen ermöglichen ...
Die aktuelle Debatte über Enteignungen großer Wohnungsunternehmen in Berlin ist aus Sicht des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) ein Irrweg. Sie setzt an den falschen Stellen an und gefährdet zugleich die Voraussetzungen für dringend benötigte Investitionen in neuen Wohnraum. "Deutschl
Energiegenossenschaften investieren weiter in die Energiewende / Photovoltaik und Wärme legen deutlich zu - GVB warnt vor neuen Unsicherheiten durch Netz- und EEG-Reformen ...
Die 364 bayerischen Energiegenossenschaften im Genossenschaftsverband Bayern (GVB) blicken auf ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2025 zurück. Während Photovoltaik- und Wärmegenossenschaften deutlich im Umsatz zulegten, gab es im Bereich Windkraft starke Rückgänge. Insgesamt lagen die Umsatz- un
Weitere Mitteilungen von Genossenschaftsverband Bayern e.V.
Chubb bringt neue Cyber-Risiko-Management-Lösung für Unternehmenskunden in Europa auf den Markt ...
Chubb hat heute die Markteinführung von Cyber Enterprise Risk Management sowie weitere Investitionen in seine Cyber-Risiko-Kapazitäten in ganz Europa bekannt gegeben. Logo - http://photos.prnewswire.com/prnh/20160121/324916LOGO Cyber Enterprise Risk Management ist eine End-to-End-Risiko-
Last Call: Bewerbungsfrist für Staatspreis Unternehmensqualität läuft noch bis 1. April ...
Am 16. Juni 2016 haben die exzellentesten Unternehmen Österreichs die Chance, mit dem Staatspreis Unternehmensqualität prämiert zu werden. Die begehrte Auszeichnung wird bereits seit 20 Jahren vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft in Zusammenarbeit mit der Quality Aust
Postbank Studie "Wohnatlas 2016 - Leben in der Stadt": Wo Bevölkerungswachstum die Preise steigen lässt (FOTO) ...
Beliebteste Städte 2030: Hier lohnt sich der Kauf von Wohneigentum - Wie sich der Zuzug von Flüchtlingen auf Wohnungsnachfrage und -preise auswirkt In mehr als 80 Prozent der deutschen Großstädte haben sich die Preise für Wohnungen und Häuser in den vergangenen zehn Jahre
So bewältigten defensive Fonds den Jahreswechsel ...
Arnsberg, 3. März 2016 - Die Handelswochen zwischen Anfang Dezember 2015 und Ende Januar 2016 verliefen sehr volatil. Nur die besten defensiv ausgerichteten VV-Fonds blieben während dieser schwierigen Marktphase wertstabil. Das Analyseportal Asset Standard hat die Kursverläufe sämtlicher defensi




