NABU: Regierung muss Ausstieg aus Kohle-Politik zügig einleiten/Braunkohle hat in Deutschland keine Zukunft mehr/Beispiel Vattenfall zeigt: Kohle ist unattraktiv für Investoren
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Braunkohle-Sparte des schwedischen Vattenfall-Konzerns ist für den
NABU ein Zeichen, dass Kohlestrom in Deutschland längst ausgedient
hat und der Ausstieg noch in dieser Legislaturperiode eingeleitet
werden muss. "Wenn Vattenfall schon keine Käufer mehr für die
Kraftwerke und Tagebaue findet, muss klar sein, dass Braunkohle in
Deutschland keine Zukunft mehr hat", sagte NABU-Präsident Olaf
Tschimpke anlässlich der am heutigen Mittwoch endenden Bieterfrist
für die Vattenfall Braunkohle-Sparte in der Lausitz. Was der Lausitz
fehle, ist jetzt die Unterstützung durch die Bundesregierung, die
noch immer keine verlässlichen Rahmenbedingungen für den
Kohleausstieg gesetzt habe. So müsse ein geordneter Kohleausstieg
ohne Strukturbrüche ein zentraler Bestandteil des Klimaschutzplans
2050 werden, der gerade vom Bundesumweltministerium erstellt wird.
"Die Landesregierung Brandenburg muss endlich die Zeichen der Zeit
erkennen, und der Braunkohle adé sagen", so Friedhelm Schmitz-Jersch,
Vorsitzender des NABU Brandenburg. Es sei unverständlich, so der
Landesvorsitzende, dass in der Region massiv regenerative
Energieträger wie die Windkraft ausgebaut würden, aber kein
erkennbarer Rückgang der Braunkohleverstromung zu verzeichnen sei.
Noch immer sinken die Börsenstrompreise und die Debatten um einen
Kohle-Konsens, mit dessen Hilfe die klimaschädliche Kohleverstromung
und ihre schädlichen Umweltfolgen beendet werden sollen, nehmen an
Fahrt auf. Es zeigt sich, dass bisherige Interessenten nicht bereit
sind, Vattenfalls Hoffnungen auf einen lukrativen Verkauf der
Braunkohle zu entsprechen. Das deutsche Stadtwerke-Konsortium Steag
oder große tschechische Konzerne wie CEZ oder EPH sind nicht gewillt,
die ins Wanken geratene Braunkohle-Sparte zu retten.
Im Gespräch sind auch Stiftungs-Modelle, bei denen die jeweiligen
Kohle-Unternehmen Erlöse in einen Fonds zahlen müssten, aber nicht
voll für mögliche Langzeitschäden an den Gewässern um die ehemaligen
Kohlegruben haften. Der NABU lehnt dies ab. Es darf im Zuge des
Kohleausstiegs kein zusätzliches Risiko für die betroffenen Regionen
entstehen, da schon jetzt die verantwortlichen Betreiber nicht für
indirekte Kosten des Braunkohletagebaus aufkommen. "Damit uns künftig
nicht weiter Tagebaue die Flüsse verschlammen und dreckiger Ruß aus
Schornsteinen die Atemluft verschmutzt, müssen wir so schnell wie
möglich raus aus der Kohle. Zu einer naturverträglichen Energiewende
gibt es keine Alternative," so NABU-Energieexpertin Tina Mieritz.
Mehr Infos:
https://www.nabu.de/kohle-stopp
Pressekontakt:
Tina Mieritz, NABU-Energieexpertin, Mobil +49 (0)173.35 22 872,
E-Mail: tina.mieritz@NABU.de
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Datum: 16.03.2016 - 12:28 Uhr
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