Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Koalitionsgipfel
Verwalten statt regieren
Carsten Heil
ID: 1345113
Legislaturperiode bis zum Ende im Herbst 2017 durchhalten. Mehr aber
auch nicht. Nur durchhalten. Gestalten wird sie nicht mehr. Das
Regieren wird zum Verwalten. Zu groß sind die Sorgen bei allen
Beteiligten, dass ein vorzeitiges Scheitern abgestraft würde. Deshalb
haben sich die Koalitionsspitzen jetzt bei einigen derzeit leichteren
Fragen geeinigt. Die großen Brocken wie Rente, Erbschaftssteuer,
Modalitäten von Leiharbeit und Werkverträgen wurden vertagt. Die
Frage nach Flüchtlingsintegration ist wichtig, stimmt, aber sie ist -
zumindest gefühlt - in diesen Tagen leichter, weil andere Länder die
Drecksarbeit erledigen. Die Deutschen können unbehelligt vor sich hin
heucheln, menschenfreundlich tun und klug über Integration parlieren.
Türken, Griechen und Mazedonier halten den Mitteleuropäern die
Flüchtlinge vom Hals. Deren Leid wird dadurch nicht geringer. Im
Gegenteil. Das Flüchtlingslager in Idomeni ist eine Schande für
Europa. Ja, auch für Deutschland. Hauptsache wir sehen das Elend
nicht so recht, dann existiert es auch nicht. Über Integration muss
gesprochen werden, aber man darf dabei nicht so tun, als seien die
akuten Probleme schon erledigt. Das beschlossene Prinzip Fordern und
Fördern bei der Integration ist richtig. Ohne negative Konsequenzen
bei mangelnder Integrationsbereitschaft werden die positiven Angebote
unter Umständen nicht fruchten. Da muss niemand darüber streiten, ob
nun viele oder nur wenige Flüchtlinge integrationsunwillig sind.
Jeder nicht richtig integrierte Migrant ist einer zu viel. Das
Angebot, bald nach der Ankunft schon an Maßnahmen zur Integration
teilnehmen zu dürfen, ist ebenfalls ein richtiger Schritt. Genauso
wie Rechtssicherheit für den Aufenthalt, so lange die Ausbildung
dauert. Anreize für Integrationsanstrengungen werden auch geboten.
Soweit so gut. Die Einigkeit in der Koalition ist damit wieder
hergestellt. Vorerst. Denn wenn erstens die Umfragen für SPD und auch
die CDU (nicht ganz so krass) weiter in den Keller rauschen, wird die
Unruhe wieder zunehmen. Und wenn andere nicht mehr die Drecksarbeit
mit den Flüchtlingen machen, bricht in Berlin erneut politische Panik
aus.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.04.2016 - 20:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1345113
Anzahl Zeichen: 2575
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 260 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Koalitionsgipfel
Verwalten statt regieren
Carsten Heil"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Hunderte Tankstellen in Nordrhein-Westfalen verstoßen gegen die gesetzliche Spritpreisregel - doch geahndet wird bislang kein einziger Fall. Seit Anfang April wurden in NRW insgesamt 2.634 unzulässige Preiserhöhungen durch 447 Tankstellen registriert, wie aus einer Analyse von Daten des Bundeskar
Verdi-Chef Werneke: AfD hätte bei uns keine Chance ...
Bielefeld. Verdi-Chef Frank Werneke sieht derzeit keinen wachsenden Einfluss der AfD auf die Gewerkschaften im Land. Auf die Frage im Interview mit der "Neuen Westfälischen" (Bielefeld), ob der Einfluss der AfD auch in Gewerkschaften zunehme, sagt Werneke: "In den Gewerkschaften nich
Verdi-Chef sieht Angriff auf alle Bereiche des Sozialstaats ...
Bielefeld. Der Chef der Vereinigten Dienstleistungsgesellschaft Verdi, Franke Werneke, warnt davor, Reformen auf dem Rücken der Beschäftigten durchzusetzen. "Es gibt gerade einen Angriff auf praktisch alle Bereiche des Sozialstaats - auf Arbeitnehmerrechte, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung
Weitere Mitteilungen von Neue Westfälische (Bielefeld)
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar EU verabschiedet Datenschutz-Richtlinie Zwiespältig Knut Pries, Brüssel ...
Dass die EU sich mit einem einheitlichen Datenschutzrecht ausstattet, ist mehr als ein Erfolg. Es ist in diesen Zeiten zerbröselnden Zusammenhalts ein ebenso rares wie willkommenes Zeichen, dass auf dem nervösen Kontinent noch nicht aller Wille zu Gemeinschaft erloschen ist. Das umso mehr, als
Rheinische Post: Lichtblick Integration ...
Kommentar von Eva Quadbeck Die große Koalition hat den Versuch unternommen, sich noch einmal am Riemen zu reißen und sich zumindest bis zur Sommerpause handlungsfähig zu zeigen. Was Union und SPD zum Thema Integration vorgelegt haben, kann sich sehen lassen. Die Koalitionäre bestückten
Landeszeitung Lüneburg: "Feindbilder sind zu überwinden" - Interview mit Oberst a.D. Wolfgang Richter ...
Die Funkstille zwischen NATO und Russland endet. Das westliche Bündnis nimmt den Dialog mit Moskau wieder auf, den es wegen der russischen Aggression gegen die Ukraine und die Annexion der Krim beendet hatte. Eine gute Nachricht für den sicherheitspolitischen Experten Oberst a.D. Wolfgang Rich
WAZ: Der Steuermoral nachgeholfen - Kommentar von Lutz Heuken zum Thema Steuer-CD ...
Schwarzgeldkonten in der Schweiz, in Liechtenstein, in Luxemburg. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die menschliche Gier dringend gezügelt werden muss - spätestens die Panama-Papers belegen, dass einige Menschen den Hals nicht vollbekommen können. Da Appelle an die Moral bei so




