Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Abstieg des SC Paderborn

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Abstieg des SC Paderborn

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(ots) - Es gibt einen Standort, dem am letzten Spieltag
in den oberen Fußball-Ligen so richtig das Grauen gelehrt worden
ist. Stuttgart. Dass die zweite Mannschaft des VfB in die
Regionalliga herunter muss, stand länger fest. Zu Pfingsten fügten
sich auch die Bundesligaprofis in ihr Schicksal. Unter dramatischen
Umständen verpassten dann noch die Kickers den Klassenerhalt in der
3. Liga. Stuttgart adele. Schwere Stunden im Fußball, die es auch
woanders gab. Fast unbemerkt vom Rest der Welt ist Energie Cottbus in
der Viertklassigkeit verschwunden, die Erben des legendären Ede Geyer
haben es über die Jahre gründlich vermasselt. Nicht immer vollzieht
sich ein Niedergang so schleichend wie in der Lausitz, das kann auch
sehr viel schneller gehen. 1860 München, Fortuna Düsseldorf, Kickers
Offenbach, der FC St. Pauli, die SpVgg Unterhaching und der SSV Ulm
wurden sturzflugartig von der ersten in die dritte Spielklasse
durchgereicht. Nun hat diese Gruppe Zuwachs aus Ostwestfalen
bekommen. Dem SC Paderborn sollte es eine Warnung sein, dass
zumindest einige der Doppel-Absteiger bis heute keine nennenswerte
Rolle spielen. Der SCP hat in dieser Saison alles falsch gemacht.
Das begann mit dem Zusammengewürfel der Mannschaft und der
improvisierten Spielerauswahl. In der Verantwortung dafür stand
Manager Michael Born, der aber nicht deswegen gehen musste, sondern
erst im Zuge der Auskehr-Aktionen, mit denen auch Spieler und
Trainer Effenberg weggefegt wurden. Den Klassenerhalt schaffte der
Klub durch seine von Verzweiflung zeugenden Korrekturen nicht mehr.
Das Hü und Hott mit Stefan Effenberg zählt dabei zu den
unangefochtenen Tops der Mängelliste. Ihn anzuheuern, abzufeiern,
anzuzählen, zu bestärken und schließlich doch vor die Tür zu setzen,
bündelte sich zu einer furiosen Farce. Am Ende gibt es eine gültige


Bemessungsgrundlage für alle kleinen, großen und nicht wieder
gutzumachenden Fehler. Für den SC Paderborn heißt das: Platz 18, die
wenigsten Siege, die meisten Niederlagen, die schlechteste Offensive,
die zweitschlechteste Defensive. Die Tabelle ist das Argument. Nun
wird sich der Drittligist neu aufstellen, das ist durch den Rücktritt
des mächtigen Präsidenten Wilfried Finke besonders wörtlich zu
nehmen. Zwei Jahrzehnte in und an der Vereinsspitze fordern ihren
Tribut, man kann nur ahnen, wieviel allein auf das Konto von
2015/2016 geht. Es sei alles nicht zu begreifen, stammelte
SCP-Profi Floran Hartherz. Aus der ersten in die zweite Liga könne
man absteigen, aus der zweiten in die dritte nicht. Oh doch, und wie
das geht.



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Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

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Datum: 16.05.2016 - 21:30 Uhr
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