NABU: Bundesregierung muss gegen erneute Zulassung von Glyphosat stimmen

NABU: Bundesregierung muss gegen erneute Zulassung von Glyphosat stimmen

ID: 1358502
(ots) - Der NABU hat erneut eine umfassende
Neubewertung des Totalherbizids Glyphosat gefordert. Solange die
Risiken für Mensch und Natur nicht einwandfrei widerlegt seien, müsse
das Vorsorgeprinzip gelten und die Bundesregierung in Brüssel gegen
eine erneute Zulassung stimmen. Bislang konnten sich die EU-Staaten
nicht auf eine gemeinsame Position einigen. Bei einem Treffen von
Vertretern der 28 Länder am Donnerstag in Brüssel kam keine Mehrheit
für oder gegen die Neuzulassung in Europa zustande.

"Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt sollte seiner Kollegin,
Bundesumweltministerin Hendricks, folgen und sich ebenfalls gegen
eine Neuzulassung aussprechen. Auch die EU-Kommission sollte die
fehlende qualifizierte Mehrheit im Fachausschuss akzeptieren und die
Bemühungen um eine Neuzulassung fallen lassen", sagte NABU-Präsident
Tschimpke. Darüber hinaus müsse der Bundeslandwirtschaftsminister
seiner Ankündigung Taten folgen lassen und das Mittel in Deutschland
für den Einsatz im Heim- und Kleingartenbereich verbieten, wie es
bereits in Frankreich der Fall ist. Gerade im Haus- und
Kleingartenbereich ist das Risiko von Fehlanwendungen besonders groß.

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte
Unkrautvernichtungsmittel, über 700.000 Tonnen werden pro Jahr
versprüht. In Deutschland werden 6.000 Tonnen ausgebracht, wobei rund
39 Prozent aller Ackerflächen behandelt werden. Auch im Hobbygarten
und auf öffentlichen Wegen wird das Gift gerne gespritzt, um sich das
Hacken des Unkrauts zu ersparen. Neben den direkten toxischen
Effekten gefährdet das Breitbandherbizid auch zahlreiche andere
Organismen, denn durch die Vernichtung der Wildkrautflora gehen
Nahrungsquellen und Lebensräume verloren.

"Pestizide töten unsere Vielfalt, weil sie Insekten und Vögeln die
Lebensgrundlage entziehen. Es kann nicht das Ziel sein, dass Kiebitz


und Uferschnepfe verschwinden, es kaum noch Grünlandbauern gibt und
diejenigen, die im konventionellen Ackerbau tätig sind, von
Agrarkonzernen abhängig sind, die Milliarden auf Kosten von Mensch
und Natur verdienen", so der NABU-Präsident. Die schädlichen Folgen
des zunehmenden Einsatzes von Pestiziden seien erneut bei der
NABU-Citizen-Science Aktion "Stunde der Gartenvögel" zu beobachten.
Auch in diesem Frühjahr wurden weniger Mauersegler und Mehlschwalben
gemeldet - beides Arten, die auf Fluginsekten angewiesen sind.

Eine aktuelle Übersichtsliste der noch zugelassenen
glyphosathaltigen Mittel für den Haus- und Kleingartenbereich hat der
NABU unter www.NABU.de/glyphosat-im-garten veröffentlicht. Sie macht
deutlich, welche Gefahren vom Totalherbizid ausgehen. Nicht nur
Blüten- und Samenpflanzen werden mit dem Einsatz von Glyphosat
zerstört, sondern auch Fische und Amphibien sind gefährdet, wenn es
in Oberflächengewässer gelangt. Diese Auswirkungen werden in Kürzeln
(NW261, NW264) auf den Packungen angegeben. In der Grafik stellt der
NABU die einzelnen im Handel erhältlichen Mittel und ihre
Auswirkungen dar. Auch das Bundesumweltministerium fordert, die
Auswirkungen von Glyphosat auf die Biodiversität viel stärker zu
beachten.

Kostenfreie Info-Grafiken zu Glyphosat:
www.NABU.de/presse/fotos/#glyphosat

Überblick über die derzeit im Handel erhältlichen
glyphosathaltigen Mittel: www.NABU.de/glyphosat-im-garten

Baumärkte listen glyphosathaltige Produkte nach NABU-Protest aus:
www.NABU.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten
/aktivitaeten/18914.html

NABU-Pestizidstudie "Artenschwund durch Spritzmittel": www.NABU.de
/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/pestizide/16722.html

NABU-Studie "Umweltrisiko Glyphosat": www.NABU.de/natur-und-landsc
haft/landnutzung/landwirtschaft/pestizide/16524.html



Pressekontakt:
NABU-Pressestelle

Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper

Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958

Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

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Datum: 19.05.2016 - 14:29 Uhr
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Berlin/Brüssel



Kategorie:

Umweltpolitik



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