Weser-Kurier:Über Bayer und Monsanto schreibt Jan Oppel:

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ID: 1359796
(ots) - Dieser Deal setzt neue Maßstäbe. Bayer macht mit
der 55-Milliarden-Euro-Offerte an den US-amerikanischen
Saatguthersteller Monsanto klar, wo der Pharmakonzern das Geschäft
der Zukunft wittert: in der Landwirtschaft. Das Unternehmen mit Sitz
in Leverkusen will mit der größten Übernahme der Firmengeschichte zum
Weltmarktführer für Agrochemiekalien und gentechnisch verändertes
Saatgut werden - ein Plan mit Risiken. Riskant ist der Monsanto-Deal,
weil Bayer für die Zusammenlegung Schulden machen muss. Den
veranschlagten Preis stufen Analysten am oberen Limit des Machbaren
ein. Während die Monsanto-Aktie stieg, zeigten sich die Bayer-Anleger
vor der geplanten Fusion gar nicht begeistert: Das Papier verlor am
Montag zeitweise knapp vier Prozent an Wert. Viele Anleger halten die
gebotene Summe offenbar für überzogen. Bayer läuft Gefahr, sich bei
dieser Eroberung zu übernehmen. Ähnlich hoch ist das Risiko eines
Image-Verlusts. Monsanto hat es in den vergangenen Jahren nicht
geschafft, Gentechnik in Europas Landwirtschaft salonfähig zu machen.
Laut Umfragen zählt das Unternehmen aus St. Louis zu den
unbeliebtesten Konzernen. Selbst wenn man darauf pfeift: Den
Monopolanbieter des Unkrautvernichters Round-up zu schlucken rechnet
sich nur dann, wenn der Hauptbestandteil Glyphosat nicht in weiten
Teilen der Welt verboten wird. Genau dies droht aber. Kritiker werfen
Monsanto immer wieder vor, mit genverändertem Saatgut ganze
Ökosysteme zu gefährden. In der Vergangenheit hat die US-Firma
bewiesen, dass sie zum Schutz ihrer Saatgut-Patente bereit ist, bis
zur letzten Instanz zu klagen. Immer wieder steht der US-Konzern im
Verdacht, Landwirte und deren Vertreter unter Druck zu setzen, bis
sie sich vertraglich an den Agrar-Riesen binden. Das sind
Geschäftspraktiken, die Bayer bei einer Fusion dringend abstellen


sollte. Die geplante Zusammenlegung mag ein Mega-Deal für Bayer sein,
ein Selbstläufer wird sie aber nicht.



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Datum: 23.05.2016 - 22:23 Uhr
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