Westfalen-Blatt: zum Thema EU und Afrika
ID: 1366036
versperrt - doch was jetzt kommt, ist der Paukenschlag bei der Abwehr
neuer Flüchtlingswellen: Europa nimmt sich Afrika vor. Zunächst neun,
dann weitere Staaten. Auch wenn das Vorhaben »Partnerschaft« heißt,
so macht es doch klar: Die Zeit des Redens ist vorbei. Jetzt müssen
die Partner jenseits des Mittelmeers sagen, ob sie kooperieren oder
nicht. Wer sich weigert, hat damit zu rechnen, dass Europa
Entwicklungshilfe-Gelder streicht und Handelsabkommen einfriert.
Brüssel hat genug von der Gleichgültigkeit der Regierungen jener
Länder, die Migranten einfach weiterwinken und ihre Grenzen nicht
kontrollieren. Dabei klingt, was die Kommission am grünen Tisch
entworfen hat, nicht falsch: Schließlich geht es um eine
Investitionsoffensive. Also um den Auf- und Umbau der Staaten - dabei
fallen Milliardenaufträge für Investoren ab. Das ist eine Chance, die
afrikanische Regierungen nicht leichtfertig ausschlagen sollten.
Natürlich reagiert die Union nicht nur aus reinem Gutmenschentum,
sondern höchst eigennützig, weil sie so eine Chance sieht, die
Fluchtursachen zu bekämpfen und die Zuwanderungswelle zu stoppen.
Dass die Gemeinschaft auch andere Ziele im Auge hat, liegt auf der
Hand. China, Indien und Russland haben sich auf dem schwarzen
Kontinent strategisch engagiert und millionenschwere Großaufträge für
Häfen, Verkehrsverbindungen und Rohstoff-Förderanlagen an Land
gezogen. Währenddessen beschäftigte sich die EU noch mit der Gründung
von Institutionen wie einer Mittelmeer-Union, deren Effizienz
bescheiden ist. Damit kann man keinen Kontinent so entwickeln, dass
Armut, Perspektivlosigkeit und kriegerische Auseinandersetzungen
ausgemerzt werden und es keine Notwendigkeit mehr gibt zu fliehen. Ob
die EU-Mitgliedstaaten einen solchen Plan mitzutragen bereit sind,
ist noch fraglich. Bisher war Afrika ihnen nicht einmal 0,7 Prozent
ihres Bruttoinlandsproduktes an Entwicklungshilfe wert. Nun sollen
sie dieses UN-Ziel noch deutlich übertreffen? Die Schärfe des
Brüsseler Tons mag überraschen. Doch er ist nötig. Der Versuch, die
afrikanischen Regierungen auf dem Gipfel im November für eine
Kooperation zu gewinnen, endete in Lamentieren und neuen
Forderungen an die Union. Das kann nicht so bleiben. Europa ist
hoffentlich zu einem Kraftakt bereit. Dann müssen aber die Staaten
Afrikas willens sein, ihren Teil beizutragen. Dazu gehört, dass sie
das leisten, was hoheitliche Aufgabe ist: Sicherheit schaffen, die
Wirtschaft entwickeln, Grenzen kontrollieren und Menschenrechte
garantieren. Wenn Regierungen zu schwach, zu unerfahren oder zu
unstabil sind, kann geholfen werden. Europa hat die Hand gereicht.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.06.2016 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1366036
Anzahl Zeichen: 3131
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 444 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: zum Thema EU und Afrika"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Westfalen-Blatt: zu Südlink ...
Weg von Öl, Kohle, Gas und Atom, hin zu erneuerbaren Energien wie Solar- und Windstrom: In der Theorie ist die 2011 nach der Fukushima-Katastrophe ausgerufene Energiewende eine tolle Sache. In der Praxis zeigt sich in vielen Details, wie schwierig sie doch ist. Da ist der Südlink nur eine
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Anschlag in Istanbul ...
Das Regime des türkischen Präsidenten Erdogan hat sich über die Jahre seiner Herrschaft viele neue (alte) Feinde gemacht. So viele, dass die Tätersuche nach dem Anschlag in Istanbul in alle Richtungen zielt: Der »Islamische Staat« kommt für das Attentat ebenso in Betracht wie linksradik
Rheinische Post: Kommentar / Stromkunde zahlt faule Kompromisse = Von Antje Höning ...
Die Anwohner der Stromautobahn von Emden nach Osterath können sich freuen: Weil CSU-Chef Seehofer Monate lang gegen eine "Monster-Trasse" in Bayern stänkerte und es zum Koalitionskrach kommen ließ, beschloss Schwarz-Rot die Vorfahrt für Erdkabel beim Netzausbau. Davon profitieren nu
Stuttgarter Zeitung: zum Ausschluss des AfD-Landtagsabgeordneten ...
In der AfD-Landtagsfraktion hat Jörg Meuthen den Ausschluss des ob seiner antisemitischen Einlassungen untragbar gewordenen Abgeordneten Wolfgang Gedeon auf den Weg gebracht. Noch ist der Rauswurf nicht perfekt, am Ende benötigt Meuthen eine Zweidrittelmehrheit in der Fraktion. Aber sogar der




