Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Flüchtlinge
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Statt 20 000 oder 30 000 Menschen pro Monat wie im
Vorjahr kamen in Mai gerade noch 5000 nach NRW. Der Pakt der EU mit
der Türkei mag umstritten sein, doch er entfaltet tatsächlich
Wirkung.
Wer nun glaubt, das Problem sei weitgehend gelöst, der irrt. Im
Gegenteil: Nach den teils chaotischen Nothilfeaktionen der
vergangenen Monate fängt die eigentliche Arbeit erst an. Am meisten
fehlen Plätze in Sprachkursen. Denn ohne zumindest einfache
Deutschkenntnisse wird eine Integration in den Arbeitsmarkt unmöglich
sein. Vor allem unter syrischen Flüchtlingen gibt es viele, die sich
eine Rückkehr in die Heimat ersehnen. Diesen Menschen muss man
klarmachen, dass sie wahrscheinlich noch lange Zeit bei uns bleiben
werden und dass ihnen an Integration gelegen sein muss. Statt
Notunterkünften brauchen sie Wohnungen, in denen ein weitgehend
normales Familienleben möglich ist.
Das wird den Kommunen noch große Anstrengungen abverlangen. Die
zusätzlichen 800 Millionen Euro, die der Bund gestern für
Städtebauprojekte in Aussicht stellte, dürfen deshalb nur ein Anfang
sein.
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Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
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Datum: 15.06.2016 - 21:00 Uhr
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