Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum bevorstehenden Nato-Gipfel

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum bevorstehenden Nato-Gipfel

ID: 1376797
(ots) - Die Nato steht vor einem kaum zu lösenden
Rätsel. Wie erhöht man das Gefühl der Sicherheit für die Staaten, die
an Russland grenzen, ohne gleichzeitig das als Partner unverzichtbare
Moskau allzu sehr zu verärgern? Der Gipfel der Allianz in Warschau
wird darauf eine behutsame, fast schon unscheinbare Antwort geben.
Denn natürlich ist die Verlagerung von ein paar tausend Soldaten nach
Osten, die auch noch entsprechend der Nato-Russland-Akte von 1997
nicht dauerhaft stationiert werden, keine Provokation, sondern
bestenfalls ein Signal. Moskau konnte nicht ernsthaft erwarten, dass
der Westen unbeteiligt zusieht, wenn die Krim annektiert und die
Ostukraine ins Chaos gestürzt wird. Dass die Nato dazu noch alle
Nadelstiche der russischen Militärs, die mit Überflügen und sonstigen
Provokationen ihre westlichen Kollegen ärgern wollen, mehr oder
minder still hinnimmt, ist Zeichen genug: Es gibt kein Interesse an
einer Eskalation der Spannungen. Russland gehört nicht zum Feindbild
der Allianz, die politischen und militärisch agierenden Gegner sitzen
an anderer Stelle. Und dafür braucht man ein starkes Moskau als
Verbündeten. Vor diesem Hintergrund ist die französisch-deutsche
Strategie, mit dem Kreml zu reden anstatt nur Militär-Arithmetik zu
betreiben, der richtige Weg. Man geht kein Eskalationsrisiko ein und
schwächt sich nicht gegenseitig, indem man Ressourcen bindet, wenn
man an ganz anderer Stelle in dieser Welt gefordert ist. Der
ökonomische Rückfall in eine Phase, in der Wirtschaftswachstum mit
Aufrüstung generiert wurde, sollte vorbei sein - vor allem angesichts
des ungehinderten Vormarsches anderer Länder wie China an die Spitze
des Weltmarktes. Das weiß Putin, das weiß auch die Nato. Deshalb ist
aus der resoluten Antwort ja auch bestenfalls eine schwache Reaktion
geworden. Diese auch so zu verstehen, wird nun Sache der russischen


Seite sein. Das Gipfeltreffen der Allianz ist kein Versuch die
Schraube der Eskalation weiter anzuziehen, sondern nur zu zeigen:
Hört auf und kehrt wieder zu jener Partnerschaft zurück, von der wir
alle zwei Jahrzehnte lang profitiert haben. Es mag übertrieben sein,
in dem neuen Nato-Doppelbeschluss einen Brückenschlag zu sehen.
Dennoch geht es genau darum. Dass die EU gerade erst die Sanktionen
gegen Russland verlängert hat, wird man in Moskau vor allem deshalb
richtig verstehen, weil die Front derer, die für ein Ende der
Strafmaßnahmen eintreten, immer breiter wird. Es ist zu früh, bereits
von Tauwetter zu sprechen, doch so eisig wie noch vor ein oder zwei
Jahren sind die Beziehungen längst nicht mehr. Die Nato ist ein
Verteidigungsunion, die beruhigen und nicht verunsichern soll. Vor
allem nicht Russland.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu illegalen Autorennen Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Stuttgart 21
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 05.07.2016 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1376797
Anzahl Zeichen: 3116

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 362 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum bevorstehenden Nato-Gipfel"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu illegalen Autorennen ...
Illegale Autorennen haben nicht selten verheerende Folgen. Daran müssen sich auch die Konsequenzen für den Fahrer messen lassen. Wer den Tod eines anderen Menschen in Kauf nimmt, nur um das Letzte aus seinem Motor herauszuholen, die Muskeln im Rennen mit anderen spielen zu lassen, der begeht m

Rheinische Post: Kommentar / Kohle-Kompromiss = Von Detlev Hüwel ...
Er klingt dröge, aber der Beschluss von Rot-Grün hat es in sich: Mit der Aufnahme der Leitentscheidung zu Garzweiler II in den Landesentwicklungsplan (LEP) tickt für diesen Braunkohle-Tagebau die Uhr. Denn die beschlossene räumliche Verkleinerung des Abbaugebiets bedeutet de facto das vorzei

Rheinische Post: Kommentar / Ein sinnvoller Vorstoß beim Unterrichtsausfall = Von Frank Vollmer ...
Es bewegt sich also doch was in der Frage, wie in Nordrhein-Westfalen der Unterrichtsausfall erfasst werden soll. Ein aussichtsreicher Vorschlag plädiert dafür, dass alle Schulen je einmal im Jahr an einer Stichprobe teilnehmen, die über das ganze Schuljahr läuft. Das wäre gut. Je mehr Schu

Badische Neueste Nachrichten: Chaostruppe AfD - Kommentar von WOLFGANG VOIGT ...
Die Turbulenzen, die die Fraktion zum Absturz gebracht haben, kamen nicht aus heiterem Himmel. Hätte der Kapitän am Steuerknüppel planvoller navigiert und möglichst bereits vor dem Start einen Blick auf das Wetterradar geworfen - die bedrohlichen Gewitterwolken wären ihm nicht verborgen gebl


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z