Westfalenpost: Knut Pries zum Nato-Gipfel in Warschau:
Ohne Balance in den Kalten Krieg?
ID: 1378317
ausgebauter Wehrhaftigkeit an der Ostflanke des Bündnisses getan.
Auch diesmal steht neben all den Beschlüssen über "robuste
Kampfgruppen", "verstärkte Vorne-Präsenz" und "maßgeschneiderte
Antworten" die Beteuerung, dass man an Konfliktabbau durch Diplomatie
interessiert sei. Fragt sich nur, ob die beiden Elemente vernünftig
ausbalanciert sind. Zweifelsfrei der Fall ist das nur, soweit es sich
um das gesprochene und geschriebene Wort handelt. Jenseits der
offiziellen Formeln ist die Frage nach der Balance im Bündnis
umstritten. Da geht es hoch her zwischen "Putin-Verstehern" und
"Säbelrasslern". Gipfel-Gastgeber Polen jedenfalls dürfte kaum Ruhe
geben, soviel Nato heranzuholen wie möglich. Einen objektiven
Maßstab, um die Angemessenheit der westlichen Vorkehrungen im Osten
zu beurteilen, gibt es nicht. Auf beiden Seiten wird mit
Bedrohungsgefühlen argumentiert, naturgemäß keine quantifizierbare
Größe. Zwei Feststellungen der westlichen Seite sind nicht zu
bezweifeln: Die im Baltikum und Polen vorgesehenen zusätzlichen
Einsatzkräfte reichen für Offensiv-Operationen nicht annähernd aus.
Und zweitens: Nichts dergleichen war vorgesehen, bis die Russen sich
die Krim einverleibten und ihre Nachbarn damit in Angst und Schrecken
versetzten. Dennoch ist die Gefahr, dass man auf schiefer Ebene
Richtung Kalter Krieg rutscht, nicht von der Hand zu weisen. Im Osten
gewinnt ein Nationalismus an Boden, für den es grundsätzlich keine
berechtigten russischen Interessen mehr gibt. Die gibt es aber sehr
wohl. Zum Beispiel zu erfahren, ob die Nato ihre Ostertüchtigung als
vorübergehende zusätzliche Absicherung versteht oder als
Dauereinrichtung.
Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion
Telefon: 02331/9174160
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 10.07.2016 - 21:09 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1378317
Anzahl Zeichen: 2015
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hagen
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 415 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Knut Pries zum Nato-Gipfel in Warschau:
Ohne Balance in den Kalten Krieg?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalenpost (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo
Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef
Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt
Weitere Mitteilungen von Westfalenpost
Westfalenpost: Martin Korte zur Gewalt in den USA: Zurück in die Barbarei ...
Er wollte nicht mehr verhandeln, deshalb schickte die Polizei einen Killer-Roboter los und sprengte den Attentäter von Dallas kurzerhand in die Luft. Auge um Auge, Zahn um Zahn - in den USA (und nicht nur dort) erodiert das, was wir uns unter einem Rechtsstaat vorstellen. Das Leben eines Mensch
Stuttgarter Nachrichten: zu EU-Reform: ...
Und so sinnen sie in der Bundesregierung, schon jetzt mehr den fernen Bundestagswahlkampf als die nahende Rettung der EU vor Augen. Nicht auszuschließen, dass sich die diffuse politische Unzufriedenheit auch in Deutschland an der Frage, wie man es in Berlin mit Brüssel hält, hochzieht. Dass
Rheinische Post: Kommentar / Es gibt mehr als Fußball = Von Gianni Costa ...
Nach der Fußball-EM ist vor dem Bundesligastart. In 46 Tagen beginnt die neue Saison. Für die Zeit dazwischen muss natürlich niemandem bange sein, denn mittlerweile werden selbst Testspiele gegen Sechstligisten live im frei empfangbaren Fernsehen übertragen. Es gibt ein allgemeines Wehklagen
Rheinische Post: Kommentar / Autonomes Fahren = Von Thomas Reisener ...
Der tödliche Unfall eines Tesla-Piloten, der ein selbstfahrendes Auto testen sollte, ist ein tragischer Moment in der Geschichte des Automobilbaus. Aber er rechtfertigt nicht die hysterische Debatte um die Zukunft des autonomen Fahrens, in der jetzt sogar erste Stimmen ein Verbot von Auto-Pilot




