neues deutschland: zum Erdüberlastungstag
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geschrumpft. Die Behörden haben den Verbrauch in einigen Gegenden
rationiert - für Bewohner. Die Touristen, die wegen der Türkei-Krise
in großen Scharen auf die Balearen-Insel strömen und gerne besonders
verschwenderisch mit dem kostbaren Nass umgehen, werden nur
freundlich gebeten, sich ein bisschen zu beschränken. Ob nun Wasser,
Wälder oder Naturflächen - bei allen Ressourcen ist der Verbrauch
viel höher als die Regenerationsfähigkeit. Und das weltweit und Jahr
für Jahr. Solch allgemeine Aussagen über den Raubbau der Menschheit
an der Natur sind korrekt, aber immer auch etwas ungerecht - sie
treffen für die wohlhabenderen Länder und die reicheren Schichten zu.
Insofern müssten Umweltmaßnahmen mit der Abschöpfung von Reichtum
einhergehen, wenn sie denn wirklich wirksam sein sollen. Sonst kommt
es zum Rebound-Effekt - Verbrauchsrückgang an einer Stelle führt zu
Verbrauchsanstieg anderswo. Der Bundesregierung fällt anlässlich des
Erdüberlastungstages nur der Appell ein, im Agrar- und Verkehrssektor
sei ein Umdenken nötig. Kein Wunder, dass die eigene
Nachhaltigkeitsstrategie ebenso unverbindlich wie unkonkret ist. Und
dann befreit man von den Kosten der Energiewende ausgerechnet
energieintensive Industrien, bei denen es die größten
Einsparmöglichkeiten gäbe. Wer Ressourcenschonung groß schreibt, muss
sich zunächst die Frage stellen: Wer sind die größten Verschwender?
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Datum: 07.08.2016 - 18:09 Uhr
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