taz-Kommentar zur Türkei als islamistische Plattform
ID: 1390317
die Türkei als islamistische Plattform
Konsequenzen müssen folgen
Sicherlich, dass die Türkei dschihadistische Terrorgruppen
unterstützt, ist keine neue Erkenntnis. Dass macht jedoch die
Einschätzung des Bundesinnenministeriums, das Land am Bosporus habe
sich "zur zentralen Aktionsplattform für islamistische Gruppierungen
der Region des Nahen und Mittleren Ostens entwickelt", nicht weniger
brisant.
Dass die Hamas schon vor einiger Zeit ihr Hauptquartier von
Damaskus nach Istanbul verlegt hat, ist ebenso wenig ein Geheimnis
wie die große Nähe der AKP-Regierung zur Muslimbruderschaft oder
Ankaras Unterstützung islamistischer Milizen in Libyen. Und jeder,
der es wissen wollte, wusste auch von der logistischen Unterstützung
in Syrien kämpfender islamistischer "Rebellen". Immerhin wurden die
Cumhuriyet-Redakteure Can Dündar und Erdem Gül wegen ihrer
entsprechenden Berichte über illegale Waffenlieferungen zu
mehrjährigen Haftstrafen wegen "Geheimnisverrats" verurteilt. Nur die
Bundesregierung wollte davon offiziell nichts mitbekommen haben, um
den Nato-Partner nicht zu verprellen. Denn nichts soll den
schmutzigen Flüchtlingspakt mit der Türkei gefährden.
Mit einer "wertebasierten Außenpolitik", wie sie von der
schwarz-roten Koalition so gerne propagiert wird, hat der bisherige
Umgang mit dem autokratischen Regime Erdogans nicht zu tun. Da
verwundert es nicht, dass die allzu ehrliche Antwort auf eine Kleine
Anfrage der Linksfraktion eigentlich "aus Gründen des Staatswohls"
nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Denn daraus müssten sich
Konsequenzen ergeben: vom Abzug der Bundeswehr aus der Türkei bis zur
Androhung von Wirtschaftssanktionen.
Jetzt kann die Bundesregierung nicht mehr behaupten, es nicht
besser zu wissen. Dann aber darf sie auch nicht länger dem Treiben
des türkischen Staatspräsidenten tatenlos zuschauen, der im Inneren
immer weiter Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aushöhlt und im
Äußeren dschihadistischen Terrorismus befördert.
Pressekontakt:
taz - die tageszeitung
taz Redaktion
Telefon: 030 259 02-255, -251, -250
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.08.2016 - 15:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1390317
Anzahl Zeichen: 2455
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 297 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"taz-Kommentar zur Türkei als islamistische Plattform"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
taz - die tageszeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
(Brot für die Welt hat nach Erscheinen des Artikels das Zitat im 2. Absatz dahingehend korrigiert, dass rund 60 Prozent des in Deutschland verbrauchten Weizens in Trog und Tank landeten, also nicht 80 Prozent des Weizens in Deutschland.) Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hat d
Brot für die Welt verteidigt Indiens Exportverbot für Weizen / Regierung verhindere Hunger im eigenen Land. Statt das zu kritisieren sollten die G7 ihren Verbrauch für Kraftstoff und Futter reduzie ...
Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hat die Kritik der G7-Staaten an Indiens Exportverbot für Weizen zurückgewiesen. "Es ist nur gerechtfertigt, wenn die indische Regierung Hunger im eigenen Lan durch einen Ausfuhrstopp verhindern will", sagte Francisco Marí, Welte
FDP sieht Pläne für weniger Biosprit skeptisch / Kraftstoff aus Pflanzen sei nötig im Kampf gegen Klimawandel, so Vizefraktionschefin Konrad. Sie sieht keine große Konkurrenz zu Lebensmittelproduk ...
Die von mehreren Bundesministerien angestrebte Reduzierung des Einsatzes von Lebensmitteln als Kraftstoff droht an der FDP zu scheitern. "Biokraftstoffe sind eine wichtige Technologie zum Übergang in die Klimaneutralität des Verkehrs und oftmals durch den Einsatz von Abfällen und Reststoff
Weitere Mitteilungen von taz - die tageszeitung
Rheinische Post: Grüne fordern Konsequenzen aus vertraulicher Türkei-Einschätzung der Bundesregierung ...
Die Grünen haben Konsequenzen aus der vertraulichen Einschätzung der Bundesregierung über die Türkei als Aktionsplattform für islamistische und terroristische Organisationen im Nahen Osten verlangt. "Eine solch gravierende Kritik muss endlich öffentlich und nicht nur in klassifizierte
Stuttgarter Nachrichten: Terroristen-Vorwürfen gegenüber der Türkei ...
Die Türkei in zweifelhafter Nähe zu terroristischen Organisationen im Nahen Osten? Das ist kein neuer Befund. Neu ist, dass dieses Thema Eingang in den Bundestag gefunden hat. In Europa hat die Türkei mit Deutschland viele identische Sicherheitsinteressen. Deswegen wäre es ein Fehler, wegen
WAZ: Kinnhaken für Erdogan - Kommentar von Frank Preuß zur Türkei ...
Das deutsch-türkische Verhältnis zu verschlechtern ist nicht mehr ganz einfach in diesen Tagen. Es dürfte nun aber gelungen sein. Die Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes, die Türkei sei eine zentrale Aktionsplattform für islamistische und terroristische Organisationen, kommt nic
Mittelbayerische Zeitung: Der Blick von außen: Deutschlands Rolle in der Welt wird wachsen. Sie sollte selbstbewusst ausgefüllt werden. Von Reinhard Zweigler ...
Der frühere französische Präsident Francois Mitterrand, mit Altkanzler Helmut Kohl unvergesslich per Handschlag über den Gräbern von Verdun verbunden, meinte einst bewundernd über seine Nachbarn: Es ist wahr, die Deutschen haben große Schwierigkeiten, aber sie werden sie meistern, und sie




