Rheinische Post: Verbraucher-Chef fordert Entschädigungen für VW-Kunden
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Klaus Müller, hat den VW-Konzern aufgefordert, den im Dieselskandal
geschädigten deutschen Kunden finanziell stärker entgegen zu kommen.
"Wer betrügt wie Volkswagen, sollte seine Kunden unbedingt
entschädigen", sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale
Bundesverband (vzbv) der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen
Post" (Donnerstagausgabe). "Volkswagen wäre klug beraten, gegenüber
seinen Kunden in Deutschland nicht einfach zur Nulllösung zu
greifen", sagte Müller. Es wäre für VW kein Problem, auch deutsche
Kunden zu entschädigen. "Das kann ein pauschaler Betrag oder aber ein
Entgegenkommen bei Service- und Reparaturleistungen sein, indem bei
anstehenden Leistungen einer VW-Vertragswerkstatt die Rechnungen bis
zu einem bestimmten Betrag übernommen werden", sagte vzbv-Chef
Müller. Die Kunden erwarteten auch in Deutschland ein "faires Angebot
zur Wiedergutmachung, das sich der Konzern wohl auch leisten kann."
Müller forderte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zudem
auf, das Kraftfahrtbundesamt zu einer echten Kontrollbehörde für
Gesundheits- und Umweltgefahren durch Autoabgase auszubauen. Dabei
könnte auch die Kompetenz des Umweltbundesamts genutzt werden. "Dazu
muss der Gesetzgeber endlich wirksame Reformvorschläge machen", sagte
er. "Dobrindt darf die Reformen beim Kraftfahrtbundesamt nicht nur
ankündigen, sondern muss sie auch umsetzen. Tut er das nicht, wäre er
ein schlechter Verkehrsminister."
Kontext:
Volkswagen hatte 480.000 US-Kunden Entschädigungen von jeweils bis
zu 7000 US-Dollar zugesagt. Der Konzern sah sich dazu veranlasst,
weil Schadenersatzforderungen in den USA leichter durchgesetzt werden
können. Für deutsche Kunden ist eine solche Entschädigung nicht
vorgesehen. Sie würde den Konzern nach Expertenmeinung auch
überfordern. Das kann für den obersten deutschen Verbraucherschützer
aber kein Grund sein, deutsche VW-Kunden leer ausgehen zu lassen.
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Datum: 18.08.2016 - 04:00 Uhr
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