neues deutschland: Varoufakis wirbt für »paneuropäische Bewegung des zivilen und staatlichen Ungehorsams« / Warnung vor linken EU-Austrittsideen: Das spielt den Rechten in die Hände
ID: 1396045
Varoufakis wirbt für »eine paneuropäische Bewegung des zivilen und
staatlichen Ungehorsams, die zu einer breiten demokratischen
Opposition gegen das Agieren der europäischen Eliten auf lokaler,
nationaler und auf EU-Ebene heranwächst«. In einem Gastbeitrag für
die in Berlin erscheinende Tageszeitung »neues deutschland«
(Montagausgabe) rät der Ökonom dazu, »europaweit energisch für eine
demokratische Union gemäß internationalistischer und
grenzüberschreitender Prinzipien« zu streiten, »selbst wenn wir nicht
glauben, dass die EU in ihrer derzeitigen Form überleben kann oder
sollte«. Zudem sollten progressive Kräfte »die Inkompetenz des
autoritären EU-Establishments offenlegen« sowie »zivilen,
bürgerlichen und staatlichen Ungehorsam europaweit koordinieren«. Der
Mitgründer des Democracy in Europa Movement sieht seine eigene
Bewegung DiEM25 zugleich in der Verantwortung, beispielhaft
aufzuzeigen, »wie eine paneuropäische Demokratie auf allen Ebenen
unabhängig vom Rechtssystem funktionieren kann«.
Varoufakis kritisiert zudem Forderungen in der europäischen
Linken, die auf einen Ausstieg aus der EU oder auf deren Auflösung
drängen. Die Europäische Union befinde »sich in einem
fortgeschrittenen Stadium der Auflösung. Entweder sie ist (noch) zu
retten, menschlicher zu gestalten, oder es besteht bereits keine
Hoffnung mehr und ihre Auflösung ist sicher. In beiden Fällen begehen
progressiv Denkende einen großen Fehler, wenn sie den Kampf um
Demokratisierung aufgeben (und den EU-Austritt und deren Auflösung zu
einem Ziel an sich machen), denn dies kann nur in die Hände der
Rechtsextremen spielen«, so Varoufakis. Er warnte linke Kräfte vor
»einem Schulterschluss mit nationalistischen Positionen, die
unweigerlich die extreme Rechte stärken werden, während sie es der EU
ermöglichen, die Linke als Populisten zu brandmarken, die sich nur
unwesentlich von Nigel Farage, Marine Le Pen und anderen
unterscheiden«.
»Ob zum Guten oder zum Schlechten sei dahingestellt, aber die
Geschichte hat uns eine EU ohne Grenzen vermacht«, schreibt
Varoufakis weiter. »Es gibt eine gemeinschaftliche Politik in Feldern
wie Umwelt und die (per definitionem internationalistische) Linke ist
verpflichtet, diese Abwesenheit von Grenzen genauso zu verteidigen
wie die gemeinschaftliche Klimapolitik und auch Dinge wie das
Erasmusprogramm, das es jungen Europäern ermöglicht, in einem
grenzüberschreitenden Bildungssystem zusammenzukommen. Sich gegen
diese Errungenschaften einer ansonsten rückschrittlichen EU zu
stellen, ist mit einer im eigentlichen Sinne linken Position nicht in
Einklang zu bringen.«
Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Original Content von: neues deutschland, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 04.09.2016 - 17:49 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1396045
Anzahl Zeichen: 3166
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 327 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"neues deutschland: Varoufakis wirbt für »paneuropäische Bewegung des zivilen und staatlichen Ungehorsams« / Warnung vor linken EU-Austrittsideen: Das spielt den Rechten in die Hände"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
neues deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Tageszeitung "neues deutschland" erscheint von diesem Montag an wochentags mit neuem Layout und unter dem Titel "nd.DerTag". Die Wochenendausgabe heißt schon seit fast zwei Jahren "nd.DieWoche". Die Zeitung, die weiterhin als "Sozialistische Tageszeitung"
Viele Berliner Gewerbemieter beantragen Mietstundungen ...
Fast ein Viertel aller Gewerbemieter der Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM haben für Mai und Juni eine Mietstundung beantragt. Darüber berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "neues deutschland". Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsver
"neues deutschland": EU-Abgeordnete Demirel: Mindestlohn unter zwölf Euro bedeutet Armutslohn ...
Die Europaabgeordnete der LINKEN Özlem Alev Demirel hat sich für eine schnelle Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland auf wenigstens zwölf Euro pro Stunde ausgesprochen. "Alles andere bedeutet Armutslohn", sagte die Abgeordnete, die u.a. im Sozialausschuss des EU-Parlaments tätig is
Weitere Mitteilungen von neues deutschland
neues deutschland: Hickhack um die Armenier-Resolution: Distanzübungen¶ ...
Die durchaus interessante Frage, wer aus welchen Gründen die Information verbreitete, die Bundesregierung distanziere sich von der Armenier-Resolution des Bundestages, muss derzeit leider offen bleiben. Jedenfalls nötigte sie die Bundesregierung, sich von der angeblichen Distanzierung zu distan
ARD-DeutschlandTrend: Merkel bei Politikerzufriedenheit auf tiefstem Wert seit 2011 ...
Sperrfrist: 01.09.2016 22:45 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. Auf Platz eins der Liste der beliebten Politiker liegt Außenminister Frank-Walter Steinmeier. 73 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit z
ARD-DeutschlandTrend: Jeder zweite will ein generelles Vollverschleierungs-Verbot ...
Sperrfrist: 01.09.2016 22:45 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. Momentan wird darüber diskutiert, eine Vollverschleierung muslimischer Frauen in Deutschland zu verbieten. 50 Prozent der Befragten sind für e
Mittelbayerische Zeitung: Exodus nach Europa - Umweltzerstörung und wachsende Armut könnten im Hungergürtel der Welt riesige Fluchtwellen auslösen. Von Stefan Stark ...
Klimawandel, Atomtests, Plastikmüll im Meer, Bodenzerstörung - unser Einfluss auf die Welt ist so groß, dass viele Folgen irreversibel sind. Nur 200 Jahre hat die Menschheit gebraucht, um den Planeten an den Rand seiner Belastbarkeit zu führen. Eine Gruppe von Wissenschaftlern nahm diese Entwi




