Kommentar von Greenpeace Energy: Trotz Zusage der britischen Regierung droht Hinkley Point C zum Milliardengrab zu werden
ID: 1400464
das umstrittene AKW-Projekt Hinkley Point C im Südwesten Englands
gegeben. Es kommentiert Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace
Energy. Die Energiegenossenschaft klagt seit 2015 gegen die
Subventionen gegen das umstrittene AKW vor dem Europäischen Gericht.
"Am Ende hat sich nicht energiewirtschaftliche Vernunft
durchgesetzt, sondern die Interessen der Atomlobby und der
beteiligten Investoren. Diese wollen ihr riskantes AKW-Projekt mit
aller Macht durchdrücken. Gewaltig war der politische Druck aus
Frankreich und China in den vergangenen Wochen auf Theresa May. Dabei
wurden die Argumente der Atom-Befürworter immer schwächer: Angeblich
würde nur Atomkraft eine hohe Versorgungssicherheit gewährleisten,
doch die immer stabilere Netzsituation im Atomausstiegsland
Deutschland entkräftet diese Behauptung. Und auch der Verweis auf
neue Arbeitsplätze hinkt: In der Erneuerbaren-Branche ist im
Vergleich zur Atomindustrie ein Vielfaches an Jobs entstanden.
Mit seiner leichtsinnigen Projekt-Zusage hat Großbritannien
Hinkley Point C einen Blankoscheck ausgestellt: Mehr als 100
Milliarden Euro steuerfinanzierte Subventionen, garantiert für 35
Jahre - und das, obwohl erneuerbare Energien deutlich günstiger
wären. Und die Ergänzungen im Subventionsvertrag, die die britische
Regierung jetzt noch nachverhandeln möchte, legen sogar noch eine
stärkere Einbindung des Staates in künftige Atomprojekte nahe. Noch
ist nicht klar, ob EDF dem überarbeiteten Beihilfepaket zustimmen
wird. Möglich auch, dass Hinkley Point C trotz der exorbitanten
Subventionen niemals Strom liefert, sondern zum größten
Milliardengrab aller Zeiten wird. Denn juristische, wirtschaftliche
und technische Hürden - wie etwa Probleme am geplanten Reaktorgehäuse
- sind noch immer nicht ausgeräumt."
Pressekontakt:
Christoph Rasch
Politik und Kommunikation
Greenpeace Energy eG
Telefon 040 / 808 110 - 658
christoph.rasch@greenpeace-energy.de
www.greenpeace-energy.de
Redaktioneller Hinweis: Eine aktuelle Studie zur Entwicklung der
Versorgungssicherheit nach dem Atomausstieg in Deutschland finden Sie
unter: http://ots.de/GzcfD
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Datum: 15.09.2016 - 10:05 Uhr
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