Allg. Zeitung Mainz: Schlüssel / Kommentar zur Bildungsstudie / Von Reinhard Breidenbach
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Deutsche Schüler im europäischen Vergleich die Loser, so hieß es. Nun
sind Studien mit unterschiedlichen Ansätzen vielleicht schwer
vergleichbar; aber was jetzt aus Richtung OECD verlautet, klingt doch
erfreulich. Dennoch kein Anlass für Übermut, denn die Sorgenkinder
heißen nach wie vor: Geringqualifizierte, vor allem aus
bildungsfernen Gruppen der Bürger. Wichtig ist da: nicht aufgeben,
wirklich niemanden zurücklassen. Die Eltern sind am nächsten dran,
aber wenn sie nicht können oder wollen, ist jeder als Motivator
gefragt, Freunde, Verwandte, Sozialarbeiter, Pfarrer. Dass Bildung
der Schlüssel zum Lebenserfolg ist, muss im kollektiven Bewusstsein,
im Wertegefüge der Nation noch viel stärker verankert werden. Da
könnte es zu Kollisionen kommen, weil lange Ausbildung oft Verzicht
auf schnelles Geld bedeutet. Auch da sind Erwachsene als positive
Vorbilder gefragt, wie überhaupt. Eltern haben eine überragend hohe
Verantwortung. Wenn sie sich nicht nach besten Kräften bemühen, ist
die Wahrscheinlichkeit groß, dass das negativ auf Kinder abfärbt; und
das sollte sich eigentlich niemand aufs Gewissen laden. Für seine
berufliche Bildung im dualen System wird Deutschland sehr gelobt, zu
Recht. Aber was, wenn die Demografie noch stärker zuschlägt? Schon
jetzt klagt das Handwerk über viel zu wenig Azubi-Bewerber auf
manchen Feldern. Hat das auch damit zu tun, dass sich niemand mehr
"die Finger schmutzig machen" möchte? Dass gerade in anspruchsvollen
Handwerksberufen qualifizierte Einwanderung ein Segen sein könnte -
auch das ist noch nicht so richtig im Bewusstsein.
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Datum: 15.09.2016 - 19:18 Uhr
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