Südwest Presse: Kommentar: Erbschaftsteuer
ID: 1403740
auf einen Kompromiss bei der Erbschaftsteuer geeinigt. Damit haben
sie eine doppelte Blamage vermieden: Zum einen vor den Bürgern, dass
sie unfähig sind, Lösungen zu finden. Da haben die Gewinne der AfD
bei den jüngsten Wahlen manchen Politiker zum Nachdenken gebracht.
Zum anderen vor dem Bundesverfassungsgericht, das Ende 2014 die
großzügige Befreiung der Erben von Familienbetrieben im Prinzip
gebilligt und nur Änderungen bei kleinen und ganz großen Erbschaften
gefordert hatte. Die eineinhalb Jahre, die es für die Reform
einräumte, hätten reichen müssen, wenn nicht alle Seiten sehr hoch
gepokert hätten. Der Untergang des Abendlandes ist nicht zu
befürchten, auch wenn ihn die großen Familienunternehmen an die Wand
gemalt haben. Nur wenige Erben werden mehr zahlen müssen als nach den
alten Regeln. Das ist zwangsläufig, denn genau dies hatten die
Verfassungsrichter gefordert, und es trifft keine Armen. Zudem werden
die Heere von Beratern genug Möglichkeiten finden, die Steuer zu
drücken. Sie sind die eigentlichen Gewinner der unnötig komplizierten
Regeln.Sicher ist: Auch diese Reform wird wieder in Karlsruhe landen.
Denn es geht im Einzelfall um viel Geld. Den Ausgang vorherzusagen,
wie dies Befürworter wie Gegner mit Inbrunst tun, ist reine
Kaffeesatzleserei. Ob es allerdings klug ist, immer wieder die
Grenzen dessen auszutesten, was Verfassungsrichter bereit sind zu
akzeptieren, ist zu bezweifeln.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.09.2016 - 19:13 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1403740
Anzahl Zeichen: 1747
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ulm
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 462 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Südwest Presse: Kommentar: Erbschaftsteuer"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Südwest Presse (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Südwest Presse
Mitteldeutsche Zeitung: zum Kompromiss bei der Erbschaftssteuer ...
Inhaltlich kann er nicht überzeugen, schon weil er mit so vielen Ausnahmen und Sonderbestimmungen das deutsche Steuerrecht noch komplizierter macht. Auch deswegen bleibt fraglich, ob dieser Anlauf zu einem verfassungsgemäßen Gesetz gelingen wird. Ernüchternd sind auch die Umstände, unter d
Mitteldeutsche Zeitung: zu Urteil gegen böllernde Fußball-Fans ...
Dass der BGH in dieser Frage eingeschaltet werden musste, erstaunt zwar, hatte aber auch sein Gutes. So gibt es besonders viel öffentliche Aufmerksamkeit, und vielleicht erfahren auch Fans von der Schadenersatzpflicht, die bisher nicht über die Folgen ihres Tuns nachdenken. 30 000 Euro mögen
Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Innenpolitik Gutachten-Affäre: "Kenia"-Koalition will AfD-Antrag erweitern ...
Sachsen-Anhalts schwarz-rot-grüne Regierungskoalition will den von der AfD beantragten Untersuchungsausschuss zur Gutachten-Affäre erweitern - und keinen eigenen Antrag stellen, was in der Konsequenz zu einem zweiten Ausschuss geführt hätte. Das berichtet die in Halle erscheinende Mittelde
Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Kriminalität Mordfall Yangjie Li: Gutachter sieht "Reifedefizite" - Tatverdächtige aber schuldfähig ...
Nachdem das Landgericht Dessau-Roßlau die Anklage im Mordfall Yangjie Li angenommen hat, werden weitere Details dazu bekannt. Gutachterlich gesichert ist nach Auskunft des Landgerichts, dass die beiden Beschuldigten uneingeschränkt schuldfähig sind. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitt




