NABU zieht Halbzeit-Bilanz zur CITES-Konferenz: Schicksalsstunde für Nashorn und Elefant steht bevor - Handel mit Wanderfalken bleibt verboten
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schlägt derzeit im südafrikanischen Johannesburg ihre
Schicksalsstunde: Delegierte aus 182 Ländern entscheiden bei der
CITES-Konferenz (bis 5.10.) über deren internationalen Handel. Zur
Halbzeit zieht der NABU, der die Konferenz vor Ort begleitet, eine
gemischte Bilanz.
"Es sieht so aus, als ob es einige Arten neu in die Anhänge
schaffen werden, vorausgesetzt die Entscheidungen werden nächste
Woche im Plenum nicht noch einmal umgestoßen. Das ist ein Grund zur
Freude, denn für diese Tier- und Pflanzenarten kann es das Überleben
sichern, wenn ihr internationaler Handel verboten oder zumindest
reguliert wird. Aktuell sieht es gut aus für alle acht Arten der
Schuppentiere, den Berberaffen oder auch den kaukasischen Steinbock",
sagte Heike Finke, NABU-Expertin für internationalen Artenschutz in
Johannesburg.
Für zahlreiche weitere Arten stehen in der kommenden Woche
wichtige Entscheidungen bevor, darunter die Schwergewichte Elefant,
Nashorn und Löwe. Für die Elefanten wird es darum gehen, ob alle
Elfenbeinmärkte dauerhaft geschlossen werden - eine der wichtigen
Maßnahmen, um ihr Überleben zu sichern. Auch für die Zukunft des
Nashorns - etwa 20.000 Tiere leben im CITES-Gastgeberland Südafrika
- wird die Konferenz die Weichen stellen: Setzt sich Swasiland mit
seiner Forderung durch, seine Lagerbestände und durch Enthornung
gewonnenes Rhinozeros-Horn international handeln zu dürfen, würde
dies die Nashorn-Wilderei verstärken. Eine neue Studie der NABU
International Naturschutzstiftung zeigt: Selbst die weltweite
Nashorn-Population von knapp 30.000 Tieren würde nicht annähernd
ausreichen, um die enorme Nachfrage an dem wertvollen Horn zu
befriedigen.
Eine positive Nachricht gibt es für den Wanderfalken (Falco
peregrinus), 1971 erster vom NABU ausgerufener "Vogel des Jahres".
Sein bislang geltendes Handelsverbot bleibt - aller Voraussicht nach
- bestehen. Kanada hatte beantragt, den Greifvogel von Anhang I auf
Anhang II herabzustufen. Der NABU begrüßt die vorläufige Entscheidung
der Delegierten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES).
"Wir sind erleichtert, denn eine Herabstufung auf Anhang II bei CITES
würde auch zu einer Aufweichung des Schutzes auf nationaler Ebene
führen", so Finke weiter. Eine maßgebliche Rolle spielte dabei die
Intervention der EU, die verhinderte, dass der Antrag im Konsens
angenommen werden konnte. Die nachfolgende Wahl ging zugunsten des
Wanderfalken aus. Vorerst zumindest, denn der Antrag könnte nächste
Woche im Plenum noch einmal eröffnet und verhandelt werden.
Noch in den 1960er waren Wanderfalken international vom Aussterben
bedroht. Schuld war neben der massiven Belastung durch das inzwischen
verbotene Pestizid DDT und andere Industriechemikalien vor allem die
Verfolgung der Falken durch Taubenzüchter und die illegale Entnahme
von Eiern und Jungfalken durch Liebhaber der Beizvogeljagd und
Falkner.
Die illegale Entnahme und der internationale Schmuggel mit Eiern
und Jungvögeln geht nach wie vor weiter: denn Wanderfalken sind heiß
begehrt. Vor allem im Mittleren Osten, wo die Falknerei eine wichtige
Rolle spielt, werden stattliche Summen für die Greifvögel bezahlt.
Bis zu 113.000 US-Dollar kann ein Vogel aus Nachzucht mit seltener
Farbvariation auf dem legalen Markt erzielen.
"Der illegale Handel von Wanderfalken ist nach wie vor ein großes
Problem. So hat im September diesen Jahres laut unserer
Partnerorganisation BirdLife International die kuwaitische
Küstenwache ein Schiff aus dem Iran gestoppt - an Bord dutzende
Vögel, darunter 16 Wanderfalken. Und das ist nur eines von vielen
Beispielen. Wir hoffen, dass die Delegierten auch nächste Woche zu
ihrem Wort stehen und dem Wanderfalken den nötigen Schutz
zusprechen," so Claudia Praxmayer, Artenschutzexpertin.
Weitere Informationen zu CITES: www.NABU.de/cites
Aktuelle NABU-Studie zum weltweiten Handel mit Nashorn und
Nashorn-Wilderei: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/inter
nationalerartenschutz/160922-nabu-nashornstudie.pdf
Aus Johannesburg berichtet Claudia Praxmayer im Blog:
https://blogs.nabu.de/naturschaetze-retten/category/weltweit
Kostenlose Pressebilder zu Wanderfalke und anderen Vogelarten:
www.NABU.de/presse/pressebilder/#voegel
Kostenlose Pressebilder zu Nashörnern und Elefanten:
www.NABU.de/presse/pressebilder/fotos-international.html
Pressekontakt:
Heike Finke, NABU-Präsidiumsmitglied und Expertin für internationalen
Artenschutz, mobil in Johannesburg erreichbar: 0049-179-1102513,
E-Mail: Heike.Finke@NABU.de
Claudia Praxmayer, NABU-Bundesarbeitsgemeinschaft Internationaler
Artenschutz vor Ort in Johannesburg, E-Mail:
Claudia.Praxmayer@NABU.de
Barbara Maas, Leiterin internationaler Artenschutz der NABU
International Naturschutzstiftung, Tel. 0044-7970-987742, E-Mail:
Barbara.Maas@NABU.de
Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell
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Datum: 30.09.2016 - 15:26 Uhr
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