Rheinische Post: Kommentar: Bonn geht ohne Bund
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Berlin ist nur eine Frage der Zeit. Das Bonn-Berlin-Gesetz, nach dem
sechs Ministerien ihren Hauptsitz in Bonn haben, wird unterlaufen.
Der "Rutschbahn-Effekt" ist Alltag. Die Minister beordern
Führungsstäbe an die Spree, auslaufende Stellen in Bonn werden nicht
besetzt. Waren 2000 noch 1000 Ministerialbeamte in Bonn tätig (in
Berlin 6700), hat sich das Verhältnis heute umgekehrt. Der
Pendel-Zirkus kostet Millionen, die Einmal-Kosten des Umzugs würden
sich amortisieren. Bonn braucht das Feigenblatt Bundesstadt nicht
(mehr). Die Stadt boomt. Standort von Postbank, Telekom, UN. Das
Kongresszentrum ist gut gebucht. Übrigens auch, weil die Teilnehmer
gerne in Nostalgie schwelgen und tagen wollen. Für Touristen sind
Kanzlerbungalow, Bundestag und Villa Hammerschmidt ein Hit. Die
Ministerien gehören nicht dazu. Sicher: Verträge müssen eingehalten
werden. Aber sie können auch neu geschlossen werden. Die nächste
Regierung muss einen Ausstiegsfahrplan für die Bundesstadt
beschließen. Bonn zuliebe.
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Datum: 11.10.2016 - 19:40 Uhr
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