"Bedeutender Schritt zur Versöhnung der Kirchen"/ Gemeinsame Botschaft zum Abschluss der

"Bedeutender Schritt zur Versöhnung der Kirchen"/
Gemeinsame Botschaft zum Abschluss der ökumenischen Pilgerreise ins Heilige Land

ID: 1415424
(ots) - Als einen "bedeutsamen Schritt zur Versöhnung der
beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland" haben der
Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der
Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die gemeinsame
Pilgerreise ins Heilige Land bewertet. Zugleich riefen sie Religionen
und Gesellschaft im Heiligen Land auf, einen Weg des Friedens und der
Verständigung einzuschlagen. Zum Abschluss ihrer Reise
veröffentlichten EKD und Deutsche Bischofskonferenz eine gemeinsame
"Christusbotschaft", die die Bedeutung der Pilgerreise für das
Reformationsjubiläum unterstreicht. "Unsere gemeinsame Mission für
unser Land ist noch nicht vollendet. Wir sind zuversichtlich, dass
das Christusfest 2017 zu einem glaubwürdigen Zeugnis für Gott wird
und uns über dieses Jahr hinaus auf unserem Weg zur vollen sichtbaren
Einheit stärkt", heißt es in dem gemeinsamen Papier.

"Auf dem Weg zu unseren gemeinsamen Wurzeln haben wir erlebt, wie
unsere ökumenische Verbundenheit an Tiefe und Stärke gewonnen hat",
sagte Kardinal Marx bei einem Pressegespräch in Jerusalem. "In der
Begegnung mit den Heiligen Stätten haben wir gespürt, wie tief wir
als Jüngerinnen und Jünger Jesu in seiner Nachfolge miteinander
vereint sind." Erinnert worden seien sie aber auch daran, dass
katholische und evangelische Christinnen und Christen einander in den
vergangenen 500 Jahren viel angetan hätten. "Gemeinsam bitten wir
Gott um Heilung dieser schmerzlichen Erinnerungen", so Kardinal
Reinhard Marx.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm bezeichnete die
Reise als eine "unvergessliche Erfahrung", durch die die
evangelischen und katholischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die
jeweils andere Tradition noch besser verstanden hätten: "Wir haben


gelernt, mit den Augen des anderen zu sehen. Das ist eine ganz starke
Grundlage für den ökumenischen Geist des Reformationsjubiläums", so
der bayerische Landesbischof. "Bei der Feier von Eucharistie und
Abendmahl haben wir aber auch gespürt, dass die versöhnte
Verschiedenheit ein anspruchsvolles Ziel ist. Es ist ein Schmerz,
wenn die tiefgefühlte Gemeinschaft nicht auch am Tisch des Herrn
ihren Ausdruck finden kann."

Als schmerzlich haben die Teilnehmer der Pilgerreise durch das
Heilige Land auch den ungelösten Konflikt zwischen Israelis und
Palästinensern empfunden. Zugleich würdigten sie den Beitrag, den die
im Heiligen Land lebenden Christinnen und Christen zum Gemeinwohl und
für ein friedliches Zusammenleben mit Juden und Muslimen leisten.
"Wir haben den Pilgerweg ins Heilige Land auch eingeschlagen, um uns
zur Umkehr rufen zu lassen." Es sei Auftrag der Kirchen, "gemeinsam
einzutreten gegen jegliche Form von Antisemitismus und Rassismus, die
unsere Beziehungen vergiften und den Frieden gefährden", heißt es in
dem gemeinsam veröffentlichten Text. "Der Konflikt zwischen Israelis
und Palästinensern hat viele Verlierer auf beiden Seiten. Die
fortgesetzt auftretende Gewalt zeigt, wie zerbrechlich der Frieden
ist, den dieses Land so dringend braucht."

Nahe gegangen sei den Delegationen auch, dass nur wenige Kilometer
vom See Genezareth entfernt in Syrien und auch im Irak Menschen
leiden und sterben, berichteten Bedford-Strohm und Marx: "Für sie
haben wir in unseren Gottesdiensten gebetet, denken auch weiterhin
mit großer Sorge an sie und bleiben ihnen solidarisch verbunden."

Auf dem Pilgerweg durchs Heilige Land hatte die gemeinsame
Delegation von jeweils neun Vertretern der beiden Kirchen biblische
Stätten am See Genezareth, auf dem Weg nach und in Jerusalem besucht.
Außerdem führten sie Gespräche mit Vertretern aus Kirche und Politik.
Dabei wurden sie unter anderem von Israels Staatspräsident Reuven
Rivlin und dem Botschafter Palästinas beim Heiligen Stuhl, Issa
Qassassieh, empfangen. Heute Morgen besuchte die Delegation die
Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und gedachte der Millionen Juden,
die in der Shoah ermordet wurden. Die gemeinsame Pilgerreise der
Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der EKD endet am Sonnabend
mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Jerusalemer
Dormitio-Abtei.

Hinweise:

Die Gemeinsame Botschaft zum Abschluss der ökumenischen
Pilgerreise ins Heilige Land finden Sie zum Herunterladen auf den
Internetseiten www.dbk.de und www.ekd.de. Weitere Informationen wie
Impulstexte und Bilder sind unter
http://www.dbk.de/themen/oekumenische-pilgerreise/ verfügbar.

Jerusalem, 21. Oktober 2016

Pressestelle der EKD

Carsten Splitt

Diese Pressemitteilung wird von den Pressestellen der EKD und der
Deutschen Bischofskonferenz zeitgleich versandt. Wir bitten
Mehrfachsendungen zu entschuldigen.



Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 - 2796 - 269
E-Mail: presse@ekd.de

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