NOZ: NOZ: Franka Potente will lieber hinter der Kamera arbeiten
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Rassismus-Debatte schlägt sich auf Rollenangebote nieder -
Mutterschaft macht sie ungeduldig
Osnabrück. Schauspielerin Franka Potente arbeitet am Wechsel
hinter die Kamera: "20 Jahre lang habe ich jetzt gespielt. So langsam
würde ich gerne in Richtung Schreiben, Produktion, Regie wechseln",
sagte die in Los Angeles lebende 42-Jährige in einem Interview mit
der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Das ist ein Prozess, und
man muss daran arbeiten. Schreiben - das mache ich inzwischen
kontinuierlich."
Nach ihrer ersten Regiearbeit "Der die Tollkirsche ausgräbt"
(2006) konzipiert Potente gerade einen weiteren Film mit ihrem Mann
Derek Richardson: "Mit Derek und ein paar Freunden drehe ich im
November den nächsten Kurzfilm, einen 20-Minüter." Als Schauspielerin
profitiert Potente, die mit Tom Hardy gerade die BBC-Serie "Taboo"
gedreht hat, vom Boom der Qualitätsserien. Zugleich spürt sie, dass
nach der Rassismus-Debatte vor der letzten Oscar-Nacht mehr Rollen an
nicht weiße Darsteller vergeben werden: "Wir merken die Auswirkungen
der OscarsSoWhite-Debatte. Die Studios haben sofort reagiert", sagte
sie. Unter diesem Hashtag hatte die Szene sich über den Mangel an
dunkelhäutigen Oscar-Nominierten empört. Potente dazu: "Seit sich im
Frühjahr alle über die Bevorzugung von Weißen geärgert haben, gehen
viel mehr Rollen an ethnische Schauspieler. Nebenrollen werden
konsequent mit Hispanics und Afro-Amerikanern besetzt, auf einmal
gibt es auch Drehbücher mit ethnischen Hauptrollen. Und das ist ja
auch gut so. Es kann nicht sein, dass wir im Melting Pot leben, ohne
dass dieser Umstand in den Serien reflektiert wird. Als wir die Emmy
Awards geguckt haben, war die Veränderung schon positiv spürbar. Die
Show war auf einmal viel reicher. Ich merke es auch, wenn ich
Drehbücher lese und mich auf Rollen bewerbe, die dann an Schauspieler
einer anderen Hautfarbe gehen. Diese Erfahrung haben früher nur und
immerzu die anderen gemacht. Natürlich ist es gut, dass es jetzt auch
mal andersrum passiert." Die Geburt ihrer beiden Töchter Georgie und
Polly hat Potentes Zeitmanagement verändert: "Ich bin als Mutter
ungeduldiger geworden. Ich kann nicht mehr gut damit umgehen, einfach
so rumzustehen. Zu Hause will immer einer irgendwas, und wenn die
Kollegen am Set dann die Dinge zerreden, statt mir was zu tun zu
geben, werde ich unruhig", sagte Potente. "Früher war ich bestimmt
selbst so, aber heute ertrage ich Gelaber nicht mehr." Die
Schauspielerin selbst hat seit der Geburt ihrer Kinder nicht nur
mehrere Serien abgedreht, sondern auch einen Roman geschrieben.
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Datum: 22.10.2016 - 07:00 Uhr
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