Rheinische Post: Fehlanreize bei Kliniken
Kommentar Von Antje Höning
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aktuelle System der Krankenhaus-Finanzierung setzt Anreize, die weder
gesundheitspolitisch noch ökonomisch sinnvoll sind. Deutschland ist
Weltmeister bei Knie-Operationen, weil diese für die Kliniken
lukrativ sind. 80 Prozent der Rückenoperationen sind laut
Krankenkassen überflüssig und vor allem dem Gewinnstreben der
Chirurgen geschuldet. Ein klassischer Fall von asymmetrischer
Information, wie Ökonomen sagen: Der Arzt weiß mehr als seine
Patienten und kann sich seine Nachfrage teilweise selbst schaffen.
Daher ist es sinnvoll, das Fallpauschalen-System neu zu justieren und
stärker nach Klasse statt Masse zu zahlen. Alarmieren muss jedoch der
CDU-Hinweis, zur Qualitäts- sei eine Investitionsoffensive nötig. Die
Länder schulden den Häusern zwar tatsächlich Investitionen, doch die
Krankenkassen stecken schon jetzt jeden dritten Euro in den
Kliniksektor. Wir brauchen nicht mehr Geld für Krankenhäuser, sondern
eine bessere Verteilung auf wenige gute Häuser. Eine kluge Reform
muss mit Schließungen beginnen.
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Datum: 23.10.2016 - 19:38 Uhr
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