Mittelbayerische Zeitung: Fragwürdiger Spaß / Kommentar zu den Grusel-Clowns
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verbirgt sich kein Scherz, nicht einmal ein schlechter. Die
Maskierten jagen bei ihren Streifzügen Menschen, gerade Kindern, im
harmlosesten Fall einen Schreck ein. Im schlimmsten Fall können die
Attacken bleibende Angst, Traumata oder Infarkte auslösen. Die
Verkleideten mögen bei ihren fragwürdigen Aktionen einen
Adrenalin-Kick oder ein Gefühl der Überlegenheit suchen - das
vermuten Psychologen. In jedem Fall stellen sie den eigenen Spaß über
das Wohl und das Recht auf Unversehrtheit der anderen. Das ist
schlechtes Benehmen - und fahrlässig. Fragwürdig sind nicht nur die
Attacken an sich, sondern auch der Hype, den die Clowns im Netz
auslösen. Es hat sich eine Grusel-Community formiert, die sich
gegenseitig anstachelt und nach Aufmerksamkeit giert. Das birgt die
Gefahr, dass Nachahmer neue Streifzüge starten und Trittbrettfahrer
gefälschte Bilder und Videos online stellen. Die Behörden stehen dann
vor dem Problem, zu unterscheiden, welche Fälle echt und welche
inszeniert sind. Und wir Journalisten stehen vor der Herausforderung,
zu berichten, ohne den Clowns einmal mehr genau die Bühne zu bieten,
die sie sich erhoffen. Deswegen ist es wichtig, sachlich zu
informieren, ohne spekulativ zu sein; Kindern die Lage ruhig zu
erklären, ohne ihnen unnötig Angst zu machen; cool zu bleiben und
nicht in Panik zu geraten, und tatsächlich gesehene Clowns der
Polizei zu melden, um dem Grusel-Treiben ein Ende zu setzen - online
wie offline.
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Datum: 25.10.2016 - 19:37 Uhr
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