Rheinische Post: Kommentar /
Bringschuld Integration
= Von Michael Bröcker
ID: 1420898
anti-freiheitlichen Strömungen im Islam müssen in einem Land
diskutiert werden, das Hunderttausende Menschen aufgenommen hat, die
sich dem Islam zugehörig fühlen. Das ist so selbstverständlich wie
unbestritten. Ein Generalverdacht gegen Muslime ist das nicht. Die
Integration muss also auf die Tagesordnung, auch wenn der
CSU-Wahlkampfbegriff des "politischen Islams" eher anstachelt, als
aufklärt. Das Thema ist zu wichtig, um es Links oder Rechts zu
überlassen. Gerade Union und SPD müssen die Fehler der
Integrationspolitik früherer Jahre vermeiden. Integration ist auch
Bringschuld. Wer bei uns leben will, dem müssen wir Solidarität
entgegenbringen, Teilhabe und Chancen ermöglichen. Aber wir dürfen
auch Bildungsehrgeiz, den Willen zum Erlernen der deutschen Sprache
und Respekt vor Staat und Gesetz erwarten. Religionsfreiheit ist ein
hohes Gut. Aber sie steht nicht über dem Schutz der Kinder
(Kinderehen!), der Gleichberechtigung von Mann und Frau oder dem
staatlichen Gewaltmonopol. Nur weil das die CSU sagt, ist es nicht
falsch.
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Datum: 04.11.2016 - 20:56 Uhr
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