Allgemeine Zeitung Mainz: Ohne Ende / Kommentar von Christiane Stein zu VW und Audi
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Nicht nur, weil die Umrüstung betroffener Fahrzeuge Zeit braucht. Und
weil die Gerichte viel Mühe werden investieren müssen, um die Klagen
von Aktionären - am Landgericht Braunschweig liegen davon 1400 vor -
zu bearbeiten. Immerhin geht es dabei um Schadenersatzansprüche von
über 8 Milliarden Euro. Wirklich fatal ist allerdings, dass der Tag
Null noch immer nicht erreicht ist, wie das Wochenende einmal mehr
gezeigt hat. Der Tag, an dem auf Basis der bekannten Fakten mit der
Aufarbeitung des Skandals begonnen werden kann. Noch immer kommen
Enthüllungen über weitere mögliche Verfehlungen hinzu. Jetzt soll die
VW-Tocher Audi mit einer illegalen Softwarefunktion über eine
Lenkwinkel-Erkennung den Autos beigebracht haben, zwischen
Rollenprüfstand und Straßenfahrt zu unterscheiden. Sonst noch was?
Ganz sicher - man muss wahrscheinlich nur ein wenig abwarten. Denn
eine offensive Informationspolitik vonseiten des VW-Konzerns bleibt
weiter ein frommer Wunsch. Statt dessen wird das Unternehmen nicht
müde zu betonen, "keine unzulässigen Abschalteinrichtungen nach
europäischem Recht" eingebaut zu haben. Und deshalb seien auch
Schadenersatzansprüche fehl am Platz. Darüber zu befinden steht
jedoch wohl eher den Gerichten zu. Die Nachrüstungen in Deutschland
sind nach VW-Darstellung reines Wohlwollen den Kunden gegenüber. Doch
will man als Kunde wirklich in diese Rolle gedrängt werden, nachdem
man zweifelhafte Technik untergejubelt bekam? Seriöse
Geschäftsbeziehungen sehen anders aus.
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Datum: 06.11.2016 - 19:50 Uhr
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