Miriam Meckel verlängert bei der "Wirtschaftswoche" und lernt programmieren
ID: 1421063
"Wirtschaftswoche". Die 49 Jahre alte Kommunikationswissenschaftlerin
ist sich mit Verleger Dieter von Holtzbrinck und Geschäftsführer
Gabor Steingart einig, ihre Arbeit in Düsseldorf über 2017 hinaus
fortzusetzen, sagt sie im Titelinterview der
Journalisten-Fachzeitschrift "medium magazin" (Ausgabe 11-2016).
Ursprünglich sollte Ende 2017 ihre Beurlaubung an der Hochschule
Sankt Gallen auslaufen. Meckel will die Marke WiWo vor allem digital
weiterentwickeln und ist generell "total optimistisch", was die
Entwicklung der Medien angeht. Allerdings sei Eile bei der
Transformation geboten: "Wir müssen jetzt damit anfangen, in fünf
Jahren ist es zu spät, auch wenn das Blatt als Abo-Magazin aktuell
immer noch eine große Rolle spielt."
Meckel verpflichtet ihre Redaktion, konsequent für alle Kanäle zu
arbeiten. In dem laufenden Prozess kämpft sie um Akzeptanz und gegen
alte Gewohnheiten: "Das Herz manch eines Redakteurs ist auch heute
noch ein einsamer Jäger, aber die Erkenntnis, dass wir alle Kanäle
gleichberechtigt bestücken müssen, hat sich klar durchgesetzt." Um
die interne Organisation zu verbessern, wird Meckel mit dem Umzug in
das neue Verlagsgebäude 2017 einen "Decision Desk" einrichten.
In ihrer Redaktion werden künftig häufiger Journalisten,
Datenanalytiker und Programmierer zusammenarbeiten. Denn deutsche
Journalisten müssen nach Meinung von Miriam Meckel besser gerüstet
sein, um Manipulationsmöglichkeiten im Internet zu erkennen. "Man
kann nicht 'Das Netz diskutiert über...' schreiben, ohne die
technischen Hintergründe zu kennen", sagt die
"Wirtschaftswoche"-Chefredakteurin. Meckel versucht mit gutem
Beispiel voran zu gehen und bringt sich mit Hopscotch, einer App für
Kinder, selbst das Programmieren bei. "Wer die digitale Welt
mitgestalten will, muss ihre Sprache sprechen."
Gegen die derzeitige "Lügenpresse"-Stimmung setzt Meckel das
persönliche Gespräch. Im direkten Austausch öffne sich häufig auch
die Gegenseite für Argumente. Das sei um so wichtiger, da unsere
Gesellschaft 250 Jahre zurück zu fallen drohe, vor die Zeit der
Aufklärung. "Derzeit schwingt das Pendel, bedingt durch die
politische Dimension der Flüchtlingssituation und die damit
verbundene Verunsicherung vieler Menschen, rückwärts", beobachtet
sie.
Das komplette Interview von Annette Milz lesen Käufer und
Abonnenten in der aktuellen Ausgabe von "medium magazin" Heft 11-2016
(S. 20-25 ) mit dem Themenschwerpunkt "Zukunft der Medien" und der
Jahresedition "Journalistin 2016". Weitere Themen sind Social Bots,
eine neue Diskussionskultur und Zentralredaktionen. Zum Heft:
http://mmbeta.de/medium-magazin-112016/
Pressekontakt:
Annette Milz, Chefredakteurin medium magazin,
annette.milz@mediummagazin.de, 015123447914.
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Datum: 07.11.2016 - 08:00 Uhr
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