Westfalenpost: Kubas neue Sorgen / Kommentar von Dirk Hautkapp zum Verhältnis Kuba - USA nach dem Tod von Fidel Castro
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kann es wieder bitterkalt werden. Für Kuba heißt dieses
Tiefdruckgebiet nach Fidel Castros Tod Donald Trump. Der designierte
US-Präsident kann den unter Barack Obama eingeschlagenen
Entspannungskurs mit der sozialistischen Enklave per Vollbremsung zum
Stehen bringen. Wird er es tun? Im Wahlkampf biederte sich Trump in
der exilkubanischen Gemeinde Floridas mit dem Versprechen an, Obamas
Lockerungsübungen bei Reiseverkehr und Warenaustausch zurückzudrehen
und dem Regime in Havanna die Pistole auf die Brust zu setzen: Mehr
Freiheit, mehr Demokratie - sonst geht der Vorhang wieder herunter.
Hält Trump Wort, werden sich die unter Fidels Bruder Raúl etwas
kapitalismusempfänglicher gewordenen Realsozialisten in ihr
Schneckenhaus zurückziehen. Folgt Trump seiner geschäftlichen Ader,
müsste er fortsetzen, was sein Vorgänger ins Werk gesetzt hat. Auf
Kuba warten Milliardenchancen für ausländische Kapitalgeber. Nur eine
vollständige Aufhebung des Handelsembargos kann den Druck auf das
Meinungsfreiheit und Pluralität unterdrückende Regime so erhöhen,
dass Freiheit nach westlichem Muster möglich wird; wenn die Kubaner
es denn selbst wollen. Bei den ideologisch aufgeladenen
republikanischen Mehrheiten im Kongress spricht wenig dafür, dass die
Konservativen in den USA hier mitmachen. Sie wollen Havanna zum
Offenbarungseid zwingen, zum Systemwechsel. Genau das, was Obama in
seiner Politik der kleinen Schritte in den vergangenen zwei Jahren
nach Kräften umging. Fällt Amerika in den Gestus des Imperialen
zurück und diktiert Bedingungen, wird wieder Eiszeit herrschen
zwischen den ungleichen Nachbarn.
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Datum: 27.11.2016 - 20:56 Uhr
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