Saarbrücker Zeitung: Schwerbehinderte fast doppelt so häufig arbeitslos wie im Durchschnitt - DGB kritisiert Teilhabegesetz
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Jahr fast doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie im
allgemeinen Durchschnitt. Die Arbeitslosenquote bei Menschen mit
Handicap betrug demnach 13,4 Prozent. Die vergleichbare, allgemeine
Arbeitslosenquote lag bei 8,2 Prozent. Das berichtet die "Saarbrücker
Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) unter Berufung auf eine noch
unveröffentlichte Untersuchung des DGB.
Demnach hat die Erwerbslosigkeit unter Schwerbehinderten seit 2009
gegen den allgemeinen Trend um sechs Prozent zugelegt. Damals gab es
gut 168.000 Betroffene, 2015 waren es knapp 179.000. Parallel dazu
ging die Zahl der Schwerbehinderten mit besonderer
arbeitsmarktpolitischer Förderung um 34 Prozent auf nur noch rund
32.000 zurück.
Nach geltendem Recht haben in Deutschland Unternehmen mit
mindestens 20 Beschäftigten die Pflicht, wenigstens fünf Prozent
ihrer Jobs mit Schwerbehinderten zu besetzen. Laut DGB waren 2014 in
jedem vierten beschäftigungspflichtigen Unternehmen allerdings
überhaupt keine Behinderten angestellt. Dagegen hätten die
öffentlichen Arbeitgeber die Quote mit 6,6 Prozent übererfüllt.
Der Studie zufolge sind auch vom geplanten Bundesteilhabgesetz
keine substanziellen Verbesserungen bei der Beschäftigungslage von
Schwerbehinderten zu erwarten. Zwar seien mehr Übergänge aus
Werkstätten in den allgemeinem Arbeitsmarkt sowie Modellvorhaben im
Hartz-IV-System geplant. Aber eine tatsächliche strukturelle
Verbesserung bei der Vermittlung und Förderung von behinderten
Arbeitslosen finde nicht statt.
Das Teilhabegesetz soll an diesem Donnerstag vom Bundestag
verabschiedet werden.
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Datum: 01.12.2016 - 03:00 Uhr
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