Tag der Menschenrechte am 10.12. / Moderne Sklaverei verletzt grundlegende Menschenrechte, IJM verschafft Betroffenen Zugang zum Recht
ID: 1433645
Sklaven. In sämtlichen Wirtschaftszweigen werden Menschen als Sklaven
gehalten und ausgebeutet. Allen Betroffenen gemein ist der Entzug
ihrer Grundrechte. Um Sklaverei zu beenden, müssen die Menschen
Zugang zu ihren Rechten bekommen. Dieser Aufgabe widmet sich die
Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM) seit
20 Jahren, indem sie mit den jeweiligen Regierungen Rechtssysteme
transformiert und Menschen in Unterdrückung Recht schafft. Die
Philippinen zeigen dabei Erfolg und Notstand zugleich.
Laut dem Global Slavery Index werden weltweit über 45 Millionen
Menschen in Sklaverei festgehalten. Sie haben keine Freiheit. Harte
Arbeit bis zu 16 oder 18 Stunden am Tag sind ihr Alltag. Sie dürfen
ihren Arbeitsort nicht verlassen und leben in ärmsten Verhältnissen
in Massenunterkünften oder provisorischen Hütten. Ihre Arbeitgeber
bestimmen über die Betroffenen mit brutaler Gewalt, sodass sie nicht
fliehen können.
Die kommerzielle sexuelle Ausbeutung ist eine Form der modernen
Sklaverei. Vor 20 Jahren war die Anzahl der Kinder in den
Rotlichtmilieus der Großstädte auf den Philippinen alarmierend hoch.
Organisationen und Behörden in Metro Manila schätzten, dass allein in
dieser Stadt 100. bis 400.000 Kinder sexuell ausgebeutet werden.
International Justice Mission (IJM) gründete 2000 ein erstes Büro von
IJM auf den Philippinen in Manila, um dieses Verbrechen zu bekämpfen.
Zusammen mit den Behörden konnten sie dort, in Cebu City und im
Norden des Landes in Pampanga insgesamt 1.500 Kinder aus
Menschenhandel und sexueller Ausbeutung befreien. "Neben der
Befreiung ist die Strafverfolgung des Verbrechens zentral", sagt
Dietmar Roller, Vorstandsvorsitzender von IJM Deutschland. "Anwälte
von IJM zogen die mutmaßlichen Täter zur Verantwortung und erzielten
645 Verurteilungen." In den vergangenen 15 Jahren wurden Tausende
Beamte im gesamten Land geschult, Menschenhandel und die sexuelle
Ausbeutung von Kindern effektiv und konsequent aufzuklären. Mit
Erfolg: Die Anzahl der Kinder, die im Rotlichtmilieu ausgebeutet
werden, sank um 75 Prozent in Manila, um 79 Prozent in Cebu und um 86
Prozent in Pampanga.
Laut Unicef sind allein auf den Philippinen 60. bis 100.000 Kinder
sexueller Ausbeutung im Internet ausgesetzt. Die meisten betroffenen
Kinder sind laut IJM zwischen zwei und zehn Jahren alt. In
Privaträumen werden sie live vor einer Webkamera sexuell missbraucht.
Zuschauer sind Kunden aus aller Welt, die für solche Live-Shows
zwischen 20 und 150 US-Dollar zahlen, darunter auch Deutsche.
Seit 2016 fokussiert sich IJM auf die Bekämpfung von sexueller
Online-Ausbeutung von Kindern. 124 Kinder konnten bereits befreit
werden. Eine spezielle Polizeieinheit zur Bekämpfung dieses
Verbrechens in Cebu wird derzeit von IJM geschult.
IJM ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, die sich
in zehn Ländern in Asien, Afrika und Südamerika für arme Menschen
einsetzt, die von Gewalt betroffen sind. Ein besonderer Schwerpunkt
liegt auf der Bekämpfung von Menschenhandel und Sklaverei. IJM
Deutschland unterstützt die weltweite Projektarbeit und klärt in
Deutschland über Sklaverei auf.
Pressekontakt:
IJM Deutschland e. V.
Judith Kühl | Tel: 030 246369013 | Email: jkuehl@ijm-deutschland.de
www.ijm-deutschland.de
Für ein Interview zum Thema steht Ihnen Dietmar Roller,
Vorstandsvorsitzender von IJM Deutschland e. V. , zur Verfügung.
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Datum: 07.12.2016 - 12:35 Uhr
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