Innenstädte bleiben Umsatzbringer und Beschäftigungsmotor
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Neuer Branchenreport Einzelhandel der IHK Bonn/Rhein-Sieg

(PresseBox) - Die Innenstädte bleiben Umsatzbringer und Beschäftigungsmotor in der Region Bonn/Rhein-Sieg. Der stationäre Einzelhandel im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg verfügt über eine Verkaufsfläche von 1,41 Millionen Quadratmetern. Davon entfallen 963.850 Quadratmeter auf den Rhein-Sieg-Kreis, 442.600 Quadratmeter auf Bonn. ?Im Rhein-Sieg-Kreis steigt die Verkaufsfläche seit Jahren, was den Wettbewerb verschärft; in Bonn könnten 15.000 Quadratmeter durch Südüberbauung und Nordfeld am Hauptbahnhof hinzu kommen?, sagt IHK-Geschäftsführer Professor Dr. Stephan Wimmers: ?Zugleich gewinnt der Onlinehandel weiter Marktanteile.? Das sind Ergebnisse des neuen Branchenreports Einzelhandel der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg.
Bundesweit scheint sich jedoch zumindest 2015 eine Abkehr vom Trend der letzten Jahre anzudeuten. Während die Verkaufsfläche fast stagniert (2014 von 123,1 auf 123,7 Millionen Quadratmeter in 2015) stieg der Umsatz von 459,3 auf 473,9 Milliarden Euro. Dieses starke Umsatzplus geht nicht, wie in den Vorjahren, größtenteils auf den wachsenden Onlinehandel zurück. Vielmehr ist der stationäre Handel laut Zahlen des HDE um etwa 14 Milliarden Euro gewachsen, während der Onlinehandel nur ein Plus von etwa 1 Milliarde zu verzeichnen hat.
?Die Kunden entscheiden naturgemäß nicht nach kommunalen Grenzen, wo sie einkaufen, sondern pragmatisch, etwa nach Parkplätzen und Angebot. Dem Handel im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn kommen dabei das anhaltende Bevölkerungswachstum und die hohe Kaufkraft zu Gute. Das trägt mit zu der Haltung vieler Kommunen bei, dem Einzelhandel attraktive und großzügige Flächen bereitzustellen?, erläutert Wimmers. Mit dem HUMA-Einkaufspark in Sankt Augustin und den Projekten am Bonner Hauptbahnhof sind weitere Vorhaben in Bau bzw. Planung.
Onlinehandel als zunehmende Herausforderung
Dennoch verzeichneten Einzelhändler in Bonn und anderen Städten und Gemeinden teils deutliche Frequenzrückgänge bis zu 50 Prozent. ?Offenbar streben insgesamt immer weniger Menschen zum Einkauf in die Innenstädte?, so IHK-Handelsreferent Till Bornstedt. Ein wesentlicher Grund dafür sei der zunehmende Onlinehandel. Onlinehandel benötigt weniger Fläche als stationärer Handel. Ferner sorge die moderne Arbeitswelt dafür, dass in der Woche weniger Zeit für Freizeit bleibt oder diese erst später beginnt. Folge: Umsatzverluste zwischen Montag und Freitagmittag, die sich am Freitagnachmittag und Samstag nicht aufholen lassen. Bornstedt: ?Eine weitere Herausforderung für den Innenstadthandel ist die mangelhafte Erreichbarkeit. Nach wie vor kommen etwa in Bonn 40 Prozent der Kunden mit dem eigenen Pkw. Es wird aber angesichts der Verkehrssituation in der Region immer schwieriger, in vertretbarer Zeit in die Stadt zu gelangen und dort genügend Parkmöglichkeiten zu finden. Also denken die Kunden immer häufiger über Alternativen nach.?
Während der Umsatz im deutschen Einzelhandel 2015 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 3,2 Prozent gestiegen ist und 2016 voraussichtlich um 2,5 Prozent wächst, verbucht der Onlinehandel in den letzten Jahren zweistellige Zuwachsraten. Während immer mehr stationäre Einzelhändler den Vertriebskanal ?online? auf- und ausbauen, gehen ursprünglich reine Onlineanbieter plötzlich den umgekehrten Weg: Sie entdecken das ?Multi-Channeling? für sich und werden auch zu stationären Händlern.
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Datum: 13.12.2016 - 13:17 Uhr
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