Westfalen-Blatt: "Nicht die Würde des Deutschen, sondern die Würde des Menschen ist unantastb

Westfalen-Blatt: "Nicht die Würde des Deutschen, sondern die Würde des Menschen ist unantastbar" - ZdK-Präsident Sternberg fordert, sich wieder stärker auf das Christentum zu besinnen

ID: 1439431
(ots) - Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees
der deutschen Katholiken (ZdK), hat die Deutschen aufgerufen, sich
wieder stärker auf das Christentum zu besinnen. Im Interview mit dem
Bielefelder WESTFALEN-BLATT (Weihnachtsausgabe) sagte der 64-Jährige:
"Bevor wir über die Islamisierung Deutschlands lamentieren, sollten
wir uns lieber fragen, was noch christlich ist in unserem Land.
Füllen wir also die Kirchen, anstatt über volle Moscheen zu jammern."

Zugleich nahm Sternberg alle Christen in die Pflicht: "Wer dieser
Religion folgen will, ist zum Dienst an der Gesellschaft, am Staat,
an der Politik - auf jeden Fall am Nächsten aufgerufen." Dabei müsse
auch im Umgang mit Flüchtlingen das Grundgesetz als unverrückbare
Richtschnur gelten. "Nicht die Würde des Deutschen ist unantastbar,
sondern die Würde des Menschen ist unantastbar. Wenn man Artikel 1
unserer Verfassung ernst nimmt, dann ist derjenige, der fremd an
meinen Toren steht - wie es die Bibel sagt - wie ein Einheimischer zu
betrachten."

Der ZdK-Präsident machte mit Blick auf den Terroranschlag auf
einen Berliner Weihnachtsmarkt Anfang dieser Woche und andere von
Flüchtlingen begangene Straftaten deutlich: "Alle diese Taten sind
schrecklich, wie jedes andere Verbrechen eines Flüchtlings oder eines
Einheimischen." Zugleich warnte Sternberg vor voreiligen Schlüssen:
"Wir müssen die Taten und die Menschen, die sie begangen haben,
einzeln anschauen. Mit Pauschalurteilen ist niemandem geholfen."

Als schlimmes Alarmzeichen bewertete es der ZdK-Präsident, dass
Christen die weltweit am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft
sind. "Die Lage für Christen im Nahen Osten, in Syrien, im Irak und
im Sudan ist dramatisch." Das könne aber nicht heißen, dass wir bei
Menschen, die vor Mord und Totschlag zu uns geflohen sind, erst


einmal fragen, wer ist Christ, wer Moslem oder wessen Glauben sonst.
Das Krisenjahr 2016 könne auch eine Chance bieten: "Wenn man in den
Abgrund blickt, besinnt man sich auf das Wesentliche. Vielleicht
bietet Weihnachten Gelegenheit zu solcher Besinnung."



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

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Datum: 23.12.2016 - 11:00 Uhr
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