Weser-Kurier:Über die Mehrwertsteuer auf tierische Produkte schreibt Justus Randt:

Weser-Kurier:Über die Mehrwertsteuer auf tierische Produkte schreibt Justus Randt:

ID: 1441716
(ots) - Die Forderung des Bundesumweltamtes, die
Mehrwertsteuer auf tierische Produkte dem Normalsatz von 19 Prozent
anzugleichen, stößt auf Ablehnung. Dennoch, sie reflexartig als
Milchmädchenrechnung abzutun, wäre voreilig. Auch wenn
Bundesumweltministerin Hendricks "Fehlsteuerungen" im
Subventions-system lieber mit "langfristiger Perspektive" angehen
will. Eigentlich sollte mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz das
Existenzminimum privilegiert werden. Aber wo liegt das Minimum in
einem Land wie Deutschland, dessen Bewohner mehr als das Doppelte von
dem verzehren, was bei Fleisch weltweiter Durchschnitt ist? Unterm
Strich kommt es Mensch und Tier zugute, wenn die Wurst nicht mehr
billiger ist als das Brötchen - folgt man dem Argument, dass sich
Getreide mit deutlich geringeren Treibhausgasemissionen produzieren
lässt als Rindfleisch. Ethisch hat das mehr als nur ein bisschen
Charme - und nichts zu tun mit "einem Tritt in den Allerwertesten der
Landwirte", wie die FDP im niedersächsischen Landtag polemisiert. Der
Gedanke der Umweltbundesamtspräsidentin Krautzberger, mit
Mehreinnahmen aus angehobenen Steuern auf Milch und Fleisch den
ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent weiter zu senken, ist
überlegenswert. Ihre Intention, damit öffentliche Verkehrsmittel wie
den Omnibus billiger zu machen, würde den Umweltschutz fördern und
Mehrkosten beim Bratenkauf kompensieren.



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Datum: 05.01.2017 - 21:20 Uhr
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