NABU: Unnötige Wolfs-Debatte von Agrarminister Schmidt - für Wölfe kann es derzeit überhaupt keine Abschussquote geben
ID: 1441922
Politikern der CDU/CSU und verschiedenen Interessenverbänden der
Nutztierhalter und Jäger geführte öffentliche Debatte zur Aufweichung
des Schutzstatus' von Wölfen für unnötig und fordert von der Politik
ein klares Bekenntnis zum Schutz des Wolfes. Dazu
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:
"Der Wolf ist nach nationalem und internationalem Recht streng
geschützt. In Deutschland kann es für ihn derzeit überhaupt keine
Abschussquote geben, das weiß auch Minister Schmidt. Aber
glücklicherweise ist er auch gar nicht zuständig für den Wolf."
Die von ihm angestoßene Debatte gehe in die falsche Richtung, so
Miller. "Die Frage ist nicht ob, sondern wie wir mit dem Wolf leben
können. Der Wolf gehört zu Deutschland und er hat hierzulande noch
lange keinen stabilen Bestand erreicht. Wir fordern von der Politik,
und auch von dem für die Jagd und die Nutztierhaltung zuständigen
Minister Schmidt, sich klar zum Schutz des Wolfes zu bekennen. Der
NABU lehnt eine Herabstufung des Schutzstatus' sowie eine Aufnahme
des Wolfes in das Jagdrecht strikt ab."
Obwohl die Zuwachsraten der Wolfspopulation in Deutschland von
manchem derzeit als hoch empfunden würden, seien die Wachstumsraten
aus biologischer Sicht vollkommen normal. Auch ohne Eingriffe würden
sie wieder abflachen. Mit derzeit 46 Rudeln sei der Wolfsbestand in
Deutschland keinesfalls ausreichend stabil.
Mit Blick auf die vielfach diskutieren Übergriffe von Wölfen auf
Nutztiere sieht der NABU in möglichen Abschüssen keine Lösung.
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: "Bei Übergriffen stellen wir
fest, dass es fast immer zu Fehlern beim Schutz der Herden kam. Es
wäre falsch, den Landwirten jetzt vorzugaukeln, mit dem Abschuss
eines einzelnen Wolfes sei ihnen geholfen. Der Rest des Rudels wird
dadurch keine Angst vor Weidetieren bekommen. Die Tötung eines Wolfes
ist ein völlig ungeeignetes Mittel zum Schutz von Nutztieren."
Stattdessen sei es wichtig, die Tierhalter stärker beim Schutz ihrer
Herden, beispielsweise durch spezielle Zäune und Herdenschutzhunde,
zu unterstützen und diese Maßnahmen ausreichend zu finanzieren.
"Hier ist auch das Bundeslandwirtschaftsministerium und damit Herr
Schmidt in der Verantwortung. Ähnlich wie es das
Bundesumweltministerium vor einem Jahr mit der Einrichtung einer
zentralen Dokumentations- und Beratungsstelle für den Wolf vorgemacht
hat, sollte jetzt das Bundeslandwirtschaftsministerium ein
Kompetenzzentrum für den Herdenschutz aufbauen", so Miller.
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Datum: 06.01.2017 - 19:04 Uhr
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