Apple und Facebook weit vor Amazon bei sauberem Strom / Greenpeace-Ranking bewertet die Energienutzung von Internetfirmen
ID: 1442503
stehen an der Spitze eines heute veröffentlichten
Greenpeace-Rankings, das den Einsatz erneuerbarer Energien bei den
größten Internet- und Elektronikfirmen untersucht. Demnach betreiben
Apple, Facebook, Google und HP ihre Rechenzentren mindestens zur
Hälfte mit klimafreundlichem Ökostrom. Hingegen setzt etwa Amazon
weiterhin auf Kohle- und Atomstrom, so das Ergebnis der jüngsten
Ausgabe des Greenpeace-Reports "Grüner Klicken". Da weltweit immer
mehr Menschen Cloud- und Streaming-Dienste nutzen, steigt auch der
Energiebedarf stark an. "Schon jetzt verbrauchen Internetnutzer beim
Streamen von Musik und Filmen gigantische Mengen an Strom. Wäre das
Internet ein Land, so hätte es weltweit den sechsgrößten
Stromverbrauch", sagt Niklas Schinerl, Energieexperte von Greenpeace.
Damit auch die Internetwirtschaft einen Beitrag zum Klimaschutz
liefert, fordert Greenpeace alle Internet- und Elektronikunternehmen
auf, ihren Energiebedarf auf Erneuerbare Energien umzustellen.
Der Greenpeace-Report untersucht die Lieferkette der 15 weltweit
führenden Cloud Computing und Colocation-Anbieter und zeigt, wie die
Energie für deren Rechenzentren produziert wird. Mit 83 Prozent Strom
aus regenerativen Quellen belegt Apple das dritte Jahr in Folge den
Spitzenplatz, gefolgt von Facebook (67 Prozent), Google (56 Prozent)
und HP (50 Prozent). Besonders schlecht unter den bekannten
Internetkonzernen schneidet Amazon Web Services (AWS) ab, ein
Unternehmen, das Daten von Betreibern wie Netflix, Pinterest und
Spotify hostet. AWS-Rechenzentren beziehen 30 Prozent Strom aus
Kohlekraft, 26 Prozent Atomstrom und 24 Prozent Strom aus
Gaskraftwerken. Lediglich 17 Prozent stammt aus Erneuerbaren Quellen.
Amazon, Netflix, Pinterest und Spotify setzen auf Kohle und Atom
Großteils mit Kohle- und Atomstrom betreibt AWS auch Netflix,
einen rasch wachsenden Streaming-Anbieter, der weltweit inzwischen
etwa 83 Millionen Abonnenten zählt. Zu Spitzenzeiten machen über
Netflix gestreamte Serien und Spielfilme mehr als ein Drittel des
Datenverkehrs in Nordamerika aus. "Wenn Amazon, Netflix und andere
nicht schnell und konsequent auf Erneuerbare Energien umsteigen,
werden sie zur Schmuddelecke im Klimaschutz", sagt Schinerl. Der
Netflix-Host AWS nutzt zum Beispiel Datenzentren im US-Staat Virginia
mit dem landesweit niedrigsten Anteil regenerativen Stroms.
Greenpeace kritisiert zudem die mangelnde Transparenz bei der
Stromversorgung von Amazon-Servern, auch in Deutschland.
Seit 2009 engagiert sich Greenpeace für eine nachhaltige
Energieversorgung in der IT-Branche. Im Jahr 2017 wird der Sektor
dreimal so viel Strom wie Deutschland verbrauchen. Facebook, Apple
und Google verpflichteten sich vor vier Jahren zu 100 Prozent
erneuerbarer Energie. Inzwischen versichern 20 Unternehmen,
einschließlich Cloud- und Colocation-Anbietern, ihren Energiebedarf
ausschließliche mit Erneuerbaren zu decken. Der vorliegende
Greenpeace-Report zeigt die Unterschiede im Engagement dieser
Internet- und Elektronikfirmen auf.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Niklas Schinerl, Tel.
0151-6282 0237, oder Pressesprecherin Simone Miller Tel. 040-30618
343. Den Report (engl., 100 Seiten) und eine deutsche Zusammenfassung
(3 Seiten) finden Sie online unter www.greenpeace.de. E-Mail
presse@greenpeace.de; Greenpeace auf Twitter:
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Datum: 10.01.2017 - 06:00 Uhr
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