Umweltverbände fordern Düngegesetzgebung ohne erneute Zugeständnisse an die Agrarlobby
ID: 1448836
Ländern vorletzte Woche auf einen Kompromiss zur künftigen Neufassung
des Düngerechts geeinigt hatten, ist die Verabschiedung des
Düngegesetzes diese Woche ein weiteres Mal im Deutschen Bundestag
verschoben worden. Grund ist offenbar die fehlende Bereitschaft der
Unionsfraktion und des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die
vereinbarte Einführung einer Hoftorbilanz der Nährstoffströme für
Agrarbetriebe ab 2018 mitzutragen.
Aus Sicht der Umweltverbände BUND, DNR, DUH, Germanwatch,
Greenpeace, Grüne Liga, NABU und WWF ist dieser Rückzieher eine herbe
Enttäuschung, zumal Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt noch am 11.
Januar 2017 selbst das Ergebnis des Kompromisses verkündet hatte. "Es
ist ein Skandal, dass der gleiche Minister, der Mitte Januar als
erster die Verhandlungsergebnisse bekannt gibt, die Regelungen für
einen besseren Umwelt- und Wasserschutz nun in Frage stellt",
betonten die Verbände.
Die von Schmidt erneut vorgeschlagene Untergrenze für die so
genannte Stoffstrombilanz für Betriebe mit einem Tierbesatz von über
drei Großvieheinheiten pro Hektar würde bedeuten, dass höchstens
12.000 Betriebe und damit nur ein kleiner Bruchteil der
Landwirtschaft überhaupt betroffen wäre. Dabei seien schon jetzt über
50 Prozent des Grundwassers in Deutschland mit Nitrat belastet. Die
Bundesregierung müsse endlich mit der dringend erforderlichen
Reduzierung der Nitratbelastung Ernst machen - nicht zuletzt, um
mögliche EU-Strafzahlungen in Millionenhöhe zu vermeiden.
Der Entwurf für eine neue Düngeverordnung zeige durchaus Ansätze,
die in die richtige Richtung gehen. Doch fehle die schnellstmögliche
Einführung der Hoftorbilanz für alle Betriebe, um eine wirksame
Kontrolle der Nährstoffströme und des rasant zunehmenden Güllehandels
zu gewährleisten. Jede Ausnahme von der betrieblichen
Stoffstrombilanz bedeute Kontrolllücken und fördere die Verklappung
überschüssiger Gülle in die Umwelt. Die Verbände fordern zudem
kürzere Einarbeitungsfristen für Wirtschaftsdünger, um
Ammoniak-Emissionen deutlich zu reduzieren. Auf überversorgten Böden
dürfe außerdem keine weitere Phosphatdüngung erfolgen.
"Seit Monaten verschleppt das Bundeslandwirtschaftsministerium
wirksame Maßnahmen gegen steigende Nitratwerte infolge von
Überdüngung. Schlimmstenfalls muss die Bevölkerung die Kosten für
diese Defizite doppelt tragen: Mit steigenden Wasserkosten für die
Trinkwasseraufbereitung sowie Strafzahlungen der EU", so die
Umweltverbände.
Pressekontakt:
Florian Schöne, Deutscher Naturschutzring (DNR), Tel. 030-6781775-99
Matthias Meissner, WWF Deutschland, Tel. 030-311777-220
Angelika Lischka, NABU, Tel. 030-284984-1627
Katrin Wenz, BUND, Tel. 030-27586-549
Martin Hofstetter, Greenpeace, Tel. 030-308899-35
Michael Bender, Grüne Liga, Tel. 030-40393530
Doreen Volsdorf, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Tel. 030-2400867-892
Reinhild Benning, Germanwatch, Tel. 030-28 88 356-1
Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 26.01.2017 - 11:24 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1448836
Anzahl Zeichen: 3411
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Bundesregierung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 325 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Umweltverbände fordern Düngegesetzgebung ohne erneute Zugeständnisse an die Agrarlobby"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NABU (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Maulwürfe und Igel leben in vielen Gärten. Trotzdem bekommt man sie selten zu Gesicht. Vom 20. bis 30. September sind alle dazu aufgerufen, genauer hinzuschauen und die heimlichen Garten- und Parkbewohner zu melden. "Wer mitmacht, leistet einen Beitrag zum Artenschutz", sagt Milena Still
Wer wird Vogel des Jahres 2025? / Hausrotschwanz, Kranich, Schwarzspecht, Schwarzstorch und Waldohreule stehen zur Wahl ...
Am 3. September starten NABU und sein bayerischer Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) zum fünften Mal die öffentliche Wahl - alle können mitmachen und entscheiden, wer der nächste Jahresvogel werden und dem Kiebitz nachfolgen soll. "Mit Hausrotschwanz, Kranich, Schwarzspech
NABU veröffentlicht Jahresbericht 2023: Wachstum inmitten politischer Turbulenzen und ökologischer Krisen ...
Im heute veröffentlichten Jahresbericht blickt der NABU auf ein solides Wachstum, aber auch auf ein politisch turbulentes Jahr 2023 zurück. Die Krisen der vergangenen Monate haben nicht nur die ökologischen, sondern auch die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend erschüttert
Weitere Mitteilungen von NABU
Schummer: "Euthanasie"-Opfer des NS-Regimes nicht vergessen ...
Erstmals Gedenkstunde im Deutschen Bundestag - Unionsfraktion legt Kranz nieder Der Deutsche Bundestag gedenkt am morgigen Freitag zum ersten Mal der über 300.000 Opfer der "Euthanasie"-Verbrechen im Nationalsozialismus. Dazu erklärt der Beauftragte für Menschen mit Behinderunge
Das Erste, Donnerstag, 26. Januar 2017, 5.30 - 9.00 Uhr Gäste im ARD-Morgenmagazin ...
7.05 Uhr, Stephan Mayer, Innenpolitischer Sprecher CDU/CSU-Fraktion, Thema: Reichsbürger 8.05 Uhr, Volker Kauder, Vorsitzender CDU/CSU-Fraktion, Thema: Martin Schulz als Kanzlerkandidat Pressekontakt: WDR Presse und Information, Annette Metzinger, Tel. 0221-220-7120 Agentur Ulrike Boldt
ZDF-Magazin "Frontal 21": Streit in der Regierungskoalition um Freiheits- und Einheitsdenkmal (FOTO) ...
Entgegen seiner ursprünglichen Absicht debattiert der Kulturausschuss des Bundestages über das Freiheits- und Einheitsdenkmal nun doch hinter verschlossenen Türen. Eine für Mittwoch, 25. Januar 2017, angesetzte Sitzung sei "nichtöffentlich", verlautbarte der Kulturausschuss in
Das Erste, Montag, 23. Januar 2017, 5.30 - 9.00 Uhr Gäste im ARD-Morgenmagazin ...
07.05 Uhr, Thomas Oppermann, Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, Thema: Milliardenüberschuss in Berlin Pressekontakt: WDR Presse und Information, Annette Metzinger, Tel. 0221-220-7120 Agentur Ulrike Boldt, Tel. 02150 - 20 65 62 Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt du




