Parasiten zerstören Zukunft von Waldindianern: Hilfsorganisation benötigt rund 50.000 Euro für Wiederaufbau
München, 03. Februar 2017. Mit einem dringenden Appell wirbt die Hilfsorganisation AMAZONICA um Spendenbereitschaft. Um den Fortbestand der ersten Urwaldakademie für indigene Völker und des ersten staatlich anerkannten Tourismusunternehmens der Shuar-Indianer zu sichern, sind bis Ende März rund 50.000 Euro nötig. Es handelt sich um den größten in traditionellem Stil gebauten und modern ausgestatteten Gebäudekomplex im Regenwald Ecuadors, der von Parasiten zerstört wurde. „Für die Zukunft des Volkes ist das Gebäude existenziell. Es ist Ausbildungsstätte und Grundlage für die Schaffung von Arbeitsplätzen, um der Jugend auf eigenem Territorium eine Zukunft zu geben“, erklärt die Münchner Verlegerin Mascha Kauka, Gründerin der Hilfsorganisation AMAZONICA. Das Spendenkonto lautet: IBAN: DE31 7112 0077 0363 8664 09, BIC: HYVEDEMM448 (Verwendungshinweis: „Rettung Akademie“)
Zum ersten Mal in der Geschichte Amazoniens hat die inidgene Bevölkerung vor Ort ein eigenes staatlich anerkanntes Tourismusunternehmen mit Hilfe von AMAZONICA gegründet. Es soll den Menschen vor Ort, dem Volk der Shuar, ein Einkommen bieten und der Jugend eine Zukunft eröffnen. Im zerstörten Gebäude befanden sich unter anderem die Gästezimmer, Bäder und das Restaurant. „Wir hatten Buchungen von Januar bis April, die jetzt alle abgesagt werden mussten. Das eine sind die ausbleibenden Einnahmen und die erneuten Baukosten, also die finanzielle Seite, die uns zu schaffen macht. Das andere ist eine Frage der Motivation: Die Shuar sind verzweifelt und beginnen gerade erst wieder Hoffnung zu schöpfen”, sagt Kauka.
Mascha Kauka kämpft seit 30 Jahren Seite an Seite mit den indigenen Völkern für deren Rechte und den Erhalt des größten Waldkökosystems der Erde. Bereits 1990 konnte sie verhindern, dass das Volk der Chachi sein Land verlassen musste, weil international agierende Konzerne den Regenwald in Geld verwandeln wollten. Die Hilfsorganisation ermöglichte mit ihrem Engagement die Vermessung und rechtliche Zuteilung des Siedlungsgebietes und sicherte dem Volk damit seine Heimat. Die Regierung von Ecuador bat Kauka aufgrund ihrer Erfahrung regelmäßig um Hilfe, wenn es um Projekte im Zusammenhang mit dem Amazonasbecken und der indigenen Bevölkerung ging.
AMAZONICA sammelt jetzt Spenden zum Wiederaufbau der Akademie und hat dafür eine Kampagne gestartet. So wird beispielsweise in den sieben Städten Hamburg, Berlin, Köln, Dresden, Stuttgart, München und Frankfurt im Rahmen der National Geographic Vortragsreihe von York Hovest „Hundert Tage Amazonien“ auf das Projekt hingewiesen. Sie findet vom 05. Februar bis 16. Februar statt.
Die Kosten für den Wiederaufbau schätzen Experten auf rund 50.000 Euro. Zunächst werden Bäume gefällt, die zwei Monate lagern müssen, bevor sie als Baumaterial dienen können. Für die Dächer müssen Palmwedel von Nachbardörfern gekauft und mit weit über 1000 Rückenlasten zu Fuß antransportiert werden. Allein dafür werden circa 18.000 Euro fällig. Um einem erneuten Parasitenbefall vorzubeugen, werden dieses Mal alle Naturmaterialien gewissenhaft imprägniert. Ein Bauingenieur begleitet die Arbeiten. Der geplante Termin für die Wiedereröffnung der aktuell zerstörten Akademie ist Sommer 2017.
Bildmaterial zum Projekt: http://bit.ly/2kw3Vqc
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Über AMAZONICA
Unter dem Dach des Namens AMAZONICA vereinen sich vielfältige Aktivitäten im Amazonas-Regenwald. AMAZONICA hat es sich zur Aufgabe gemacht, das bedeutendste Waldökosystem der Erde gemeinsam mit den dort lebenden indigenen Völkern für die Menschheit zu bewahren. Eine wesentliche Säule dieser Aktivitäten bildet die AMAZONICA Akademie in Ecuador. Diese Forschungs- und Lehreinrichtung, die neben den Waldindianern auch Wissenschaftlern und Studierenden aus aller Welt offen steht, wurde ins Leben gerufen, um Verständnis für den tropischen Regenwald zu vermitteln. Ein ebenso wichtiges Anliegen ist das Weitergeben und Vertiefen von Erkenntnissen über zukunftsweisende Formen der Gemeindeentwicklung aus erprobten Modellprojekten im Wald. Gründerin und Vorsitzende der Stiftung AMAZONICA ist die Verlegerin Mascha Kauka, die sich seit mehr als 30 Jahren als Entwicklungshelferin, Umweltexpertin und Ratgeberin der indigenen Völker in der Amazonasregion engagiert.
Das Amazonasbecken ist der größte Süßwasserspeicher unseres Planeten. Annähernd ein Drittel der gesamten Süßwasserreserven der Erde wird in dieser Flusslandschaft im nördlichen Teil Südamerikas gehalten und erneuert. Das Weltklima wird durch den tropischen Regenwald maßgeblich beeinflusst, denn ein intakter Tropenwald stabilisiert den Weltwasserhaushalt und reinigt die Atmosphäre von Verschmutzungen und klimaschädlichen Gasen wie dem CO2.
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Datum: 03.02.2017 - 11:16 Uhr
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