Internet-Kriminalität: LKA Brandenburg richtet Cyber-Kompetenzzentrum ein
ID: 1454846
nach rbb-Recherchen ein neues Cyber-Competenzcenter (CCC) zur
Bekämpfung von Cyberkriminalität. Das bestätige die Presseabteilung
des Polizeipräsidiums dem rbb, wollte aber noch keine Einzelheiten
nennen. Der Öffentlichkeit werde man das CCC demnächst vorstellen.
Nach rbb-Recherchen übernimmt die neue Abteilung zentral die
schweren Fälle von Cyberkriminalität und ist Dienstleister für die
Abteilungen bei der Kriminalpolizei.
Damit begegnet die Brandenburger Polizei dem rasanten Anstieg von
Internetkriminalität. Die Opposition kritisiert, dass auch die
Kompetenz in den Direktionen und Inspektionen gestärkt werden müsse.
Björn Lakenmacher, Innenpolitischer Sprecher der CDU, sagte dem rbb:
"Allein beim Landeskriminalamt sind Großverfahren möglich, aber alles
andere in Punkto Internetkriminalität kann man nicht bearbeiten. Mit
anderen Worten: Die großen Fälle werden vielleicht bearbeitet, die
kleineren nicht mehr. Wir müssen uns da viel besser aufstellen."
Wolterdorfer soll weltweitem Ring von Cyberkriminellen angehört
haben
Dass die großen Fälle von Cyber-Kriminalität offenbar in
Brandenburg angekommen sind, zeigt ein aktuelles Beispiel. Ende
vergangenen Jahres nahm die Polizei einen 40-jährigen Familienvater
in seinem Eigenheim in Woltersdorf (Oder-Spree) fest. Scheri L. wird
die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche
vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Verden auf Anfrage mit.
Sie leitete die Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Cyberring, dem
Scheri L. angehört haben soll. Insgesamt 16 Verdächtige aus der
ganzen Welt sollen diesem Ring laut Polizei und Staatsanwaltschaft
angehören, vier nahm die Polizei fest - darunter Scheri L. als
einzigen Deutschen.
Geschädigte kamen meist aus Deutschland
In der ruhigen Eigenheimsiedlung in Woltersdorf soll er gemeinsam
mit anderen Verdächtigen die Cyber-Attacken gefahren haben. Konkret
sollen sie Viren-E-Mails versendet haben. Wer sie anklickte, dessen
PC wurden infiziert und Teil eines riesigen Netzwerkes. So konnten
die Angreifer von mehr als 50.000 Rechnern aus weitere infizierte
Spammails aussenden, etwa um Zugang zum Online-Banking zu erhalten
oder um Passwörter auszuspähen. Der Schaden soll laut
Staatsanwaltschaft in zweistelliger Millionenhöhe liegen.
Die meisten Geschädigten kamen aus Deutschland. Vor ein paar Tagen
wurde ein weiterer Verdächtiger in den USA festgenommen. Die
Überstellung nach Deutschland ist beantragt, teilte die
Staatsanwaltschaft Verden mit. Die Ermittlungen dauern an.
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Datum: 10.02.2017 - 07:44 Uhr
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