Mittelbayerische Zeitung: "Tragödie ohne Ende" / Kommentar zum Jahrtag der Maidan-Proteste in der Ukraine.
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Ukraine nicht zur Ruhe. Es ist vor allem Donald Trump, der immer neue
verbale Wechselbäder aufgießt. Im Wahlkampf hatte er mit der Idee
geprahlt, im Zuge eines Russland-Deals die Annexion der Krim
anzuerkennen. Jetzt forderte er eine bedingungslose Rückgabe der
Halbinsel an die Ukraine. Was aber passiert morgen oder übermorgen?
Die Frage stellt sich umso dringlicher, da Wladimir Putin seinerseits
immer wieder Öl in den ukrainischen Schwelbrand schüttet. Seit
neuestem erkennt Russland Dokumente an, die die Separatisten im
Donbass ausgestellt haben. Für die Ukraine verheißt das nichts Gutes.
Die Krim bleibt auf absehbare Zeit verloren. Kommt bald die
abtrünnige Ostukraine hinzu? Sicher ist: Der Minsker Friedensprozess
steht still. Die ukrainische Wirtschaft liegt am Boden. Die
Korruptionsbekämpfung kommt kaum voran. Nicht zuletzt haben im Land
weiter jene Oligarchen das Sagen, die über keine demokratische
Legitimation verfügen. Es reicht nicht, die Separatisten im Osten als
Terrorbande zu brandmarken, selbst wenn sie es sein mögen, und sich
in politischen Schützengräben zu verschanzen. Eine Mitschuld an der
Dauertragödie tragen aber auch die EU und wichtige Mitgliedsstaaten,
allen voran die Südeuropäer, die lieber nach Afrika schauen. Sie
drängen auf ein Ende der Russland-Sanktionen. Solche Stimmen sind
auch in Deutschland zu hören. All das zeugt von einer Ignoranz
gegenüber einem Land und seinen Menschen, die seit 25 Jahren um ihre
Freiheit ringen. Sie hätten mehr Unterstützung verdient, viel mehr!
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Datum: 22.02.2017 - 18:47 Uhr
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