Westfalenpost: Kommentar zum Raser-Urteil
ID: 1461302
einen Unbeteiligten wird als Mord gewertet, die Raser zu lebenslanger
Haft verurteilt - ein hartes Urteil, keine Frage. Aber ein
angemessenes. Wer mit 160 Stundenkilometern und mehr mitten durch
eine belebte Stadt rast, in Serie Ampeln bei Rot überfährt, der nimmt
den Tod Anderer billigend in Kauf. In Berlin starb ein Rentner, der
bei Grün über eine Kreuzung fahren wollte. Der Mann hatte keine
Chance, sein Auto wurde 70 Meter weit geschleudert. Die beiden Raser,
die glaubten, alles unter Kontrolle zu haben, überschätzten sich
maßlos. Handelten sie fahrlässig? Nein, ihr Rennen fuhren sie in
voller Absicht und ohne jede Rücksicht. Das Landgericht Berlin setzt
mit dem Urteil ein deutliches Zeichen: Raserei ist kein
Kavaliersdelikt, illegale Rennen in der Stadt sind gemeingefährliche
Taten, ein Auto kann eine Mordwaffe sein. Zu hoffen wäre, dass
dadurch das eine oder andere Rennen in Zukunft verhindert wird.
Verlassen aber sollte man sich nicht darauf. Zumal das Urteil noch
nicht rechtskräftig ist. Der Bundesgerichtshof könnte den
Mord-Schuldspruch noch kassieren. Dass Richter solche Rennen auch
anders bewerten können, haben die Fälle in Köln gezeigt. Dort sind
Beschuldigten teils mit Bewährungsstrafen davongekommen. Insofern
hinterlässt das Berliner Urteil auch ein ungutes Gefühl: Misst die
Justiz mit zweierlei Maß? Es ist schon deshalb zu wünschen, dass die
Gesetzesinitiative unter anderem aus NRW endlich vorankommt, nach der
schon die Teilnahme an illegalen Rennen härter bestraft wird. Über
das bisherige Strafmaß - 400 Euro Geldbuße und ein Monat
Führerscheinentzug - dürften Raser nur müde lächeln.
Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion
Telefon: 02331/9174160
Original-Content von: Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 27.02.2017 - 20:43 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1461302
Anzahl Zeichen: 2055
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hagen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 366 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Kommentar zum Raser-Urteil"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalenpost (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo
Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef
Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt
Weitere Mitteilungen von Westfalenpost
Westfalenpost: Kommentar zum Raser-Urteil ...
Ein illegales Autorennen mit tödlichem Ausgang für einen Unbeteiligten wird als Mord gewertet, die Raser zu lebenslanger Haft verurteilt - ein hartes Urteil, keine Frage. Aber ein angemessenes. Wer mit 160 Stundenkilometern und mehr mitten durch eine belebte Stadt rast, in Serie Ampeln bei Rot
Mittelbayerische Zeitung: Stoppsignal / Kommentar zum Berliner Raserurteil ...
Ein Gericht zeigt klare Kante gegen todbringende Auto-Raser. Mit dem gestrigen Urteil wegen Mordes schicken die Richter des Landgerichts Berlin zwei Geschwindigkeits-Junkies lebenslänglich hinter Gitter. Sie haben den jetzigen gesetzlichen Rahmen voll ausgeschöpft, indem sie die PS-starken Wa
Stuttgarter Zeitung: zu denÜberschüssen in der Sozialkasse ...
Es ist zwar überaus erfreulich, dass die gute Beschäftigungslage zu vollen Kassen führt. Sinnvoll ist auch, dass die Politik dafür sorgt, dass Reserven für schlechtere Zeiten angelegt werden. Doch die große Koalition versteht unter der Arbeitslosenversicherung eine Art Sparkasse. An di
"ZDFzoom"über die AfD / Innenansichten einer Protestpartei (FOTO) ...
Die AfD spaltet die Nation: Für die einen ist sie eine rassistische Partei am Rande der Verfassungsfeindlichkeit, für die anderen das letzte Bollwerk gegen eine Überfremdung Deutschlands. In der "ZDFzoom"-Doku "AfD - Innenansichten einer Protestpartei" begeben sich die




