NOZ: NOZ: Philologenverband rechnet mit "starken Integrationsproblemen" in Deutschlands Schulen
ID: 1462307
Integrationsproblemen" in Deutschlands Schulen
Vorsitzender Meidinger: "Bertelsmann-Studie ein Alarmzeichen" -
Abbruchquoten steigen und der Staat tut zu wenig
Osnabrück. Der Deutsche Philologenverband rechnet mit "starken
Integrationsproblemen" in Deutschlands Schulen. Der "Chancenspiegel
2017" der Bertelsmann-Stiftung sei ein "Alarmzeichen", sagte
Verbandschef Heinz-Peter Meidinger im Gespräch mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). "Die Studie hat gezeigt, dass die
Schulabbruchquoten bei Kindern mit Migrationshintergrund wieder
steigen", erklärte Meidinger, der 90 000 Gymnasiallehrer vertritt. Er
rief Bund und Länder dazu auf, diesem "besorgniserregenden Trend"
entgegenzuwirken. Während laut "Chancenspiegel" der Anteil aller
Schüler ohne Abschluss weiter abgenommen hat, ist der der Ausländer
wieder leicht auf 12,9 Prozent angestiegen.
"Die Politik glaubt, mit der Neubildung von Tausenden von Klassen
und der Einstellung von 13 000 Lehrkräften ihre Hausaufgaben gemacht
zu haben und auch in der Öffentlichkeit spielt das Thema nicht mehr
die Rolle wie vor einem Jahr", kritisierte der Vorsitzende des
Philologenverbands. Vor Ort zeige sich aber, dass jetzt bei der
zweiten Stufe der Integration, der Überführung der Kinder aus
Willkommens-, Sprachlern- und Übergangsklassen in Regelschulen,
massive Probleme und Defizite zu verzeichnen seien. "Grundsätzlich
gibt es für diese Mammutaufgabe zu wenig staatliche Unterstützung",
betonte der Verbandschef.
Meidinger nannte es ferner "inakzeptabel", dass Zukunftschancen
von Schülerinnen und Schülern nach wie vor von der
bildungspolitischen Leistungsfähigkeit der einzelnen Bundesländer
abhängig seien. Zum in der Bertelsmann-Studie erneut festgestellten
starken Zusammenhang zwischen Elternhaus und Bildungserfolg meinte
Meidinger: "Eine generelle Entkopplung wird durch staatliche
Maßnahmen nie erreichbar sein".
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Datum: 02.03.2017 - 05:00 Uhr
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