neues deutschland: Kommentar zu Anti-Terror-Übung: Wenn es zu spät ist, klappt alles
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zwar noch, aber im Großen und Ganzen zeigte man sich durchaus
zufrieden mit dem gemeinsamen Üben von Bundeswehr und Polizei. Bei
»Terroranschlägen katastrophalen Ausmaßes« sind die bewaffneten
Organe der BRD also theoretisch in der Lage, miteinander zu arbeiten.
Total beruhigend? Also irgendwie nicht so richtig. Tot sind dann
nämlich schon so einige - weil Terroristen im Vorfeld unbemerkt von
den Sicherheitsbehörden mehrere zeitgleiche Angriffe in Deutschland
planen, vorbereiten und schließlich auch verüben konnten. Ja, schon
klar, Politiker wollen sich für den Fall der Fälle absichern (»Waren
gut vorbereitet«), der Bevölkerung signalisieren, dass sie alles im
Griff haben (»Sind gut vorbereitet«), und nicht zuletzt die
Deutungshoheit über den Einsatz der Bundeswehr im Innern
behaupten(»Ist wichtig für die gute Vorbereitung«). So, eine Frage:
Nachdem also geklärt ist, dass alle gut auf Leichenberge vorbereitet
sind, wie sieht es denn mit allem davor aus? Wenn man für eine
Antwort die bisherigen Erkenntnisse zum Fall Anis Amri, dem
Attentäter von Berlin, heranzieht, muss diese wohl heißen:
»Terrorabwehr mit katastrophalem Ausgang«. Und da sind noch nicht
einmal die - grob gesagt - außenpolitischen Versäumnisse
einberechnet. Bleibt unterm Strich: Wenn's richtig knallt, können
alle beruhigt sein, das läuft. Bloß davor sieht's halt düster aus.
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Datum: 09.03.2017 - 18:05 Uhr
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