Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT Bielefeld zu Wilfried W./»Horror-Haus«-Prozess
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»Horror-Haus«-Prozess genutzt, um sich als Opfer darzustellen und
seiner Ex-Frau die Schuld zu geben. Ob man ihm das glauben kann, muss
sich erst noch zeigen. Bemerkenswerter ist, dass seine Aussage
erstmals erahnen lässt, wie es zu seiner Empathielosigkeit kam. Zu
einer Gefühlskälte, die ihn tatenlos zusehen ließ, als die Opfer
körperlich verfielen. Als Kind wurde er nach eigenen Angaben
regelmäßig vom Vater verprügelt, ohne dass die Mutter oder seine
Lehrer ihn schützen konnten. Dann kam der neue Lebensgefährte der
Mutter, der ihm wie ein Retter erschienen sein muss, bis er ihn durch
schweren Missbrauch in einen noch tieferen Abgrund stieß. Wie soll
ein junger Mensch Mitgefühl entwickeln, wenn er es selbst nie
kennengelernt hat? Wenn Gewalt das Normale war? Das, was Wilfried W.
gestern geschildert hat, kann seine Verbrechen, kann die Quälereien,
die die Opfer in seiner Obhut ertragen mussten, nicht entschuldigen.
Aber es erklärt zum ersten Mal bis zu einem gewissen Grad das
Unfassbare.
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Datum: 14.03.2017 - 21:00 Uhr
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