Westfalen-Blatt: zum Brexit

Westfalen-Blatt: zum Brexit

ID: 1473595
(ots) - Die Briten sind für ihren schwarzen Humor
bekannt. So lassen sich auch Niederlagen besser ertragen. Wir kennen
den berühmten Satz, den Fußballprofi Gary Lineker nach dem
Halbfinal-Aus gegen Deutschland bei der Weltmeisterschaft 1990 in
Italien sagte: »Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90
Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die
Deutschen.« Was das mit dem Brexit zu tun hat? Gar nichts. Ein
Scheitern im Halbfinale ist sicher nicht mit dem EU-Aus zu
vergleichen. Oder doch? Mancher Brite wäre sicher lieber ins Finale
gekommen und stattdessen in der EU geblieben... Richtig ist, dass das
Vereinigte Königreich Kummer gewohnt ist. Die Schotten, die längst
erkannt haben, was auf dem Spiel steht, können aktuell davon ein Lied
singen. Nicht zu vergleichen mit Fußball ist auch, dass der Brexit
länger dauern wird als 90 Minuten. Und möglicherweise wird auch der
Schmerz danach noch Ewigkeiten länger zu spüren sein, als das nach
einem verlorenen Fußballspiel der Fall ist. Aber auch das werden
viele Briten genau anders herum sehen. Auch wenn die Engländer es nur
unter Zwang zugeben würden: Das knappe Halbfinal-Aus im
Elfmeterschießen 1990 und schlimmer noch das Ausscheiden sechs Jahre
später bei der EM im eigenen Land sowie die Niederlage gegen die
DFB-Elf 2010 bei der WM in Südafrika haben das stolze England in ein
lang anhaltendes Trauma versetzt, von dem es sich wohl nie mehr ganz
erholen wird. Nach dem historischen Brexit-Tag wird die Welt zwar
nicht untergehen - auch nicht die der Briten. Aber: Trotz aller
Bekundungen wie »Lasst uns gute Freunde bleiben« (Außenminister
Gabriel) oder »Wir bleiben ein enger Verbündeter« (Premierministerin
Theresa May), die eher Lippenbekenntnissen gleichkommen, ist völlig
klar, dass nun das große Geschacher anfangen wird. Es geht um Macht,


Wirtschaftsinteressen, sehr, sehr viel Geld und nicht zuletzt um die
Frage, wie stark und mächtig die EU mit ihren 27 Mitgliedstaaten ist
und was vom großen Kuchen am Ende für die Briten übrig bleiben wird.
Im zwei Jahre andauernden Scheidungskrieg bis zum endgültigen
Austritt am 29. März 2019 müssen mehr als 20000 Gesetze und Regeln
durchforstet und möglicherweise geändert werden. Nicht ganz trivial
wird auch die Frage sein, wie freizügig das Reisen von Briten in
andere EU-Länder oder von EU-Bürgern nach Großbritannien noch sein
wird. Da stehen immerhin 60 Millionen Reisen jährlich auf dem
Prüfstand. Man ahnt schon jetzt, wer langfristig der große Verlierer
dieses Szenarios werden könnte. Deutschland als stärkstes EU-Land und
größter Profiteur der Union sicher nicht. Für die Briten ist zu
befürchten, dass Gary Lineker mit seiner Fußballweisheit Recht behält
- diesmal bezogen auf die Briten und ihr Aus in der EU.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Stuttgarter Zeitung: Spionage ist ein feindlicher Akt
Erdogans Geheimdienstler benehmen sich wie die Agenten einer Bananenrepublik. Es knirscht gehörig im EU-Gebälk
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.03.2017 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1473595
Anzahl Zeichen: 3280

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Außenhandel



Diese Pressemitteilung wurde bisher 304 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: zum Brexit"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Stuttgarter Zeitung: Spionage ist ein feindlicher Akt Erdogans Geheimdienstler benehmen sich wie die Agenten einer Bananenrepublik. ...
Seit allgemein bekannt ist, dass US-Geheimdienste auch vor Spionage in Deutschland nicht zurückschrecken, ist es schwer, die Grenze zwischen Freund und Feind zu ziehen. Ungeachtet dieser prinzipiellen Ungewissheit kann kein Zweifel daran bestehen, dass es sich um einen feindlichen Akt handelt,

Brexit: Bedingungen für Zustimmung zum Austrittsabkommen aus dem Europäischen Parlament ...
Die Konferenz der Präsidenten des Europäischen Parlaments hat einen Entschließungsantrag der Vorsitzenden von vier Fraktionen und des Ausschusses für konstitutionelle Fragen angenommen, in dem sie ihre Bedingungen für eine Zustimmung des Europäischen Parlaments zu einem Austrittsabkommen m

Mittelbayerische Zeitung: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg) zu Brexit ...
Der Grund, warum sich die britische Position sukzessive verhärtet hat: Theresa May ist eine Gefangene des rechten Flügels ihrer Partei. Rund 50 Abgeordnete zählt die Gruppe der Brexit-Ultras innerhalb der Fraktion der Konservativen. Aber sie haben überproportionalen Einfluss, weil May nur ei

neues deutschland: Kommentar: Kuchen-Rhetorik - zu Theresa Mays Brexit-Erklärung ...
Kuchen, so lautet ein englisches Sprichwort, kann man entweder essen oder haben. Die britische Politik versucht sich derzeit am Beweis des Gegenteils: Brexit-Fan und Außenminister Johnson formulierte das so: »Ich bin fürs Haben und Verzehren.« Seine Premierministerin, die am Mittwoch den von


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z