NOZ: Helmut Lotti: Das Schwiegersohn-Image hat mich eingeengt
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eingeengt
Belgischer Sänger bekennt: Ich habe die Reißleine gezogen ¬ "Ich
habe das Toupet gehasst"
Osnabrück. Vor seiner großen Comeback-Tour (Start: 27. April) gibt
Helmut Lotti (47) zu, dass er sich von Vorgaben seines Managements
"befreien" musste. "Das Schwiegersohn-Image hat mich eingeengt. Das
Toupet wollte ich eigentlich nie tragen. Ich habe es gehasst", sagte
der belgische Sänger in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (Samstag). "Ich hätte gleich meine Grenze ziehen sollen.
Irgendwann gab es einen Punkt, an dem Image und Musik immer weiter
auseinandergegangen sind. Da habe ich die Reißleine gezogen. Ich bin
jetzt, wie ich eigentlich bin."
Auch mit seinem Künstlernamen hat Lotti lange gehadert: "Eine Frau
aus Gent hatte mich damals im holländischen Fernsehen gesehen, wo ich
als einziger Belgier Erfolg hatte. Sie bot mir einen Plattenvertrag
an und sagte: ,Ab jetzt heißt du Helmut Lotti.' Ich fand es anfangs
fürchterlich, denn mein Name Lotigiers wird nur mit einem ,t'
geschrieben. Schon mein ganzes Leben versuche ich, das den Leuten zu
erklären. Seitdem ich Lotti heiße, kann ich es völlig vergessen.
Immerhin gab es Antonio Lotti, einen italienischen Komponisten, der
ein schönes Chorwerk namens ,Crucifixus' geschrieben hat. Als ich es
zum ersten Mal hörte, fand ich den Namen nicht mehr ganz so schlimm."
Sein privates Leben hat Lotti ebenfalls neu geordnet: "Ich habe
mich gerade von meiner Frau getrennt, das Klavier steht noch in
unserem Stadthaus in Antwerpen. Im Moment führe ich ein ganz ruhiges
Leben. Ich wohne allein auf dem Land in einem kleinen Haus auf einem
3000 Quadratmeter großen Grundstück. Das war mal ein kleiner
Bauernhof aus Bruchsteinen und Eichenholz aus dem Jahr 1850, den ich
umgebaut habe. Dort kann ich gut abschalten und gehe jeden Tag im
nahen Wald spazieren."
Seinem eleganten Bühnen-Outfit bleibt der Sänger treu: "Ich hatte
immer Anzüge an, und das wird auch so bleiben. Das liebte ich schon
als Kind. Es gab damals so ein wöchentliches Magazin mit
Comic-Strips. Einer davon hieß 'Dandy'. Der Held trug einen Anzug und
hatte eine Uhr mit Kette daran. Als ich acht Jahre alt war, dachte
ich: So möchte ich mal ausschauen."
Als Kind habe er bereits mit seinem Gesang beeindrucken können,
sagte Lotti weiter. "Wenn wir in der Grundschule Lieder lernten, habe
ich die immer 'elvisiert'. Ich sang die dann mit diesem Elvis-Swing.
Die Jungs auf dem Spielplatz kamen zu mir und sagten: 'Du hast das
ganz anders gesungen. Kannst du das noch mal machen.' Dann fing ich
an, auf dem Spielplatz zu singen, und noch mehr Kinder kamen dazu,
die mir sagten: 'Das klingt gut.' Im Sommer-Camp habe ich gemerkt,
dass ich auch die Mädchen damit beeindrucken konnte."
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Datum: 08.04.2017 - 07:00 Uhr
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