NDR Umfrage in Schleswig-Holstein: AfD im Abwärtstrend
ID: 1481779
Schleswig-Holstein kann die CDU im Bundesland den Rückstand auf die
Sozialdemokraten verkürzen. Allerdings behält die Küstenkoalition aus
SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) zurzeit ihre
Regierungsmehrheit. Die Alternative für Deutschland (AfD) hingegen
verliert an Zustimmung. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage
von infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks.
Wenn schon am nächsten Sonntag ein neuer Landtag gewählt würde,
käme die SPD auf 33 Prozent. Sie bleibt damit auf dem Niveau von
Anfang April. Die CDU erreicht jetzt 31 Prozent, hat also einen
Prozentpunkt hinzugewonnen. Im Vergleich zur Landtagswahl 2012 würde
die CDU ihr Ergebnis ungefähr halten (2012: 30,8 Prozent), die SPD
würde sich verbessern (2012: 30,4 Prozent).
Die Grünen können ihren Abschwung in Schleswig-Holstein vorläufig
stoppen. Wie schon Anfang April würden jetzt 12 Prozent der Befragten
für sie stimmen. Die FDP bleibt ebenfalls stabil, bei 9 Prozent. Auch
der SSW hat sich zuletzt nicht verändert. Als Vertretung der
dänischen Minderheit von der Fünf-Prozent-Klausel befreit, wäre er
mit 3 Prozent im Landtag vertreten.
Neu im Landesparlament wäre die AfD, die allerdings an Zustimmung
verloren hat (aktuell 5 Prozent, minus 2 Prozentpunkte seit Anfang
April). Mehr als 80 Prozent der Befragten finden, die Partei sei zu
zerstritten, um ernsthaft Politik mitgestalten zu können. Gänzlich
leer ausgehen würde zurzeit die Linke (unverändert 4 Prozent). Weit
abgeschlagen bleibt die Piratenpartei.
Das für die regierende Küstenkoalition positive Ergebnis spiegelt
sich auch im Urteil über die Regierungsarbeit wieder. 61 Prozent der
Befragten sind mit der Leistung der Landesregierung zufrieden (plus 4
Prozentpunkte). Der Anteil der Unzufriedenen ist auf insgesamt 35
Prozent gesunken (minus fünf Prozentpunkte).
Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) ist weiterhin der
beliebteste Spitzenkandidat im Land, gefolgt von Wolfgang Kubicki
(FDP), Monika Heinold (Grüne) und Daniel Günther (CDU). Der
CDU-Spitzenkandidat überzeugt offenbar weiterhin relativ wenige
Bürgerinnen und Bürger. Bei einer Direktwahl läge Daniel Günther mit
26 Prozent deutlich hinter Torsten Albig (55 Prozent), der seinen
Vorsprung sogar noch vergrößert hat.
Dementsprechend kommt bisher keine Wechselstimmung im nördlichsten
Bundesland auf. 53 Prozent wollen weiterhin eine SPD-geführte
Landesregierung. Allerdings hat der Anteil derjenigen, die lieber die
CDU in der Führungsrolle sähen, um fünf Prozent zugenommen (jetzt 34
Prozent). Die Union wird auf einigen Politikfeldern mehrheitlich
besser bewertet als die Sozialdemokraten, u. a. in den Bereichen
Wirtschaft, Kriminalitätsbekämpfung, Verkehrspolitik und Finanzen.
Aber in dem nach Meinung der Bürger zurzeit wichtigsten Themengebiet,
der Bildungs- und Schulpolitik, genießt die SPD höheres Ansehen. Dies
trifft u. a. auch auf die Bereiche soziale Gerechtigkeit,
Familienpolitik und Arbeitsplatzsicherung zu.
Das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap befragte am 18. und
19. April 2017 insgesamt 1002 zufällig ausgesuchte, wahlberechtigte
Personen ab 16 Jahren in Schleswig-Holstein. Die Fehlertoleranz
beträgt zwischen 1,4 Prozentpunkten (bei 5 Prozent Anteilswert) und
3,1 Prozentpunkten (bei 50 Prozent Anteilswert).
Hinweis an die Redaktionen: Alle Ergebnisse der Umfrage sind bei
Nennung der "Quelle: Infratest dimap im Auftrag des NDR" zur
Veröffentlichung freigegeben und im Internet unter www.NDR.de
abrufbar.
Pressekontakt:
NDR Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralf Pleßmann
Telefon: 040 / 4156 - 2333
Fax: 040 / 4156 - 2199
r.plessmann@ndr.de
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Datum: 20.04.2017 - 14:00 Uhr
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