Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar:
FDP-Parteitag
Chance zum Überholen
Dieter Wonka, Berlin
ID: 1485602
bekanntester Frontarbeiter, Christian Lindner, mit schauspielerischer
Attitüde auf dem Wahlparteitag der Liberalen gefragt. Der Mann ist
nicht schlecht. Lindner braucht die Aufbautruppe mit APO-Status als
politische Bühne, um gezielt die Lücken anzusteuern, die erschöpfte
tatsächliche oder selbst ernannte Volksparteien nicht schließen
können und wollen. Freiheit, Lastenverteilung, Modernisierung und der
Kampf gegen verfestigte Strukturen verlangen große, tragfähige
Bündnisse, aber auch kleine, unorthodoxe Störenfriede. Und weil die
FDP nicht mehr nur schrill sein will und nicht nur billig für
angestaubte Koalitionen bereitstehen möchte, braucht sie heute die
Fünf-Prozent-Hürde weniger zu fürchten als in den
Rösler-Westerwelle-Jahren. Die Frage, wer die FDP braucht, stellt
sich aber auch deshalb, weil mit den ermatteten Grünen die kleine
Konkurrenz zwar nominell noch stärker ist. Aber in Wahrheit sind die
Grünen ausgezehrt, seit der kratzbürstige Joschka Fischer politisch
privatisiert. Es reiben sich nicht einmal mehr Fundis und Realos,
sondern es treffen oft nur noch Banalos auf Banalos. Das grüne
Spitzenpersonal mit Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir passt eher
zur alten, abgetakelten FDP als zu Grünen mit unbequemem
Gestaltungswillen. Wenn es die FDP geschickt anstellt, kann sie
überholen. Und weil die Schulz-SPD eine FDP als Koalitionsspielmasse
mindestens so sehr braucht wie die Merkel-Union, steht es besser um
die FDP, als viele nach der letzten Bundestagswahl gedacht haben.
Dass ein nicht ganz unbefähigter politischer Kleinkünstler wie
Christian Lindner großen Anteil daran hat, dass die FDP auch
außerhalb des Bundestages auffällt, ist in unserer Mediengesellschaft
nicht überraschend. Spannend wird es, ob die Liberalen es schaffen,
mehr zu sein als Lindners Trampolin. Absurd ist jedenfalls der
Vorwurf, die FDP sei doch nur eine Ein-Personen-Show. Was, bitte
schön, ist Merkels Kanzlerwahlverein? Was ist die SPD als Schulzzug
anderes? Wie gern hätten die Grünen einen wie Lindner an der Spitze?
Was gäbe die Linke darum, wenn Gysi noch da wäre und so aussähe wie
die Wagenknecht? Sollte die FDP die Balance zwischen selbstbewusstem
Mut und der notwendigen Demut gegenüber den Wählern schaffen, kann
sich Lindner zukünftig die Frage sparen, wer denn noch eine FDP
brauche.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
Original-Content von: Neue Westf?lische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.04.2017 - 21:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1485602
Anzahl Zeichen: 2858
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 523 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar:
FDP-Parteitag
Chance zum Überholen
Dieter Wonka, Berlin"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Hunderte Tankstellen in Nordrhein-Westfalen verstoßen gegen die gesetzliche Spritpreisregel - doch geahndet wird bislang kein einziger Fall. Seit Anfang April wurden in NRW insgesamt 2.634 unzulässige Preiserhöhungen durch 447 Tankstellen registriert, wie aus einer Analyse von Daten des Bundeskar
Verdi-Chef Werneke: AfD hätte bei uns keine Chance ...
Bielefeld. Verdi-Chef Frank Werneke sieht derzeit keinen wachsenden Einfluss der AfD auf die Gewerkschaften im Land. Auf die Frage im Interview mit der "Neuen Westfälischen" (Bielefeld), ob der Einfluss der AfD auch in Gewerkschaften zunehme, sagt Werneke: "In den Gewerkschaften nich
Verdi-Chef sieht Angriff auf alle Bereiche des Sozialstaats ...
Bielefeld. Der Chef der Vereinigten Dienstleistungsgesellschaft Verdi, Franke Werneke, warnt davor, Reformen auf dem Rücken der Beschäftigten durchzusetzen. "Es gibt gerade einen Angriff auf praktisch alle Bereiche des Sozialstaats - auf Arbeitnehmerrechte, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung
Weitere Mitteilungen von Neue Westfälische (Bielefeld)
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: De Maizière fordert Debatte um Leitkultur Sehr weich Carsten Heil ...
Die Tatsache an sich ist bemerkenswerter als der Inhalt des Textes: Innenminister Thomas de Maizière hat in einem großen Namensbeitrag in einer Zeitung die Debatte um eine neue "Leitkultur für Deutschland" angestoßen. Der CDU-Minister wird das kaum ohne Rückendeckung des Kanzleramt
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Thomas de Maizière ...
Wenn Wahlen vor der Tür stehen, dann wird sie gerne beschworen - vornehmlich in konservativen Kreisen der Union: die deutsche »Leitkultur«. Diesmal ist es Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), der einen Zehn-Punkte-Katalog zur »Leitkultur« vorlegt - als Einladung zur Diskussion, wi
Rheinische Post: Harte Brexit-Gespräche ...
von Godehard Uhlemann Großbritanniens Regierungschefin Theresa May erwartet harte Austrittsverhandlungen mit der EU. Das ist eine sachbezogene richtige Einschätzung. Doch solche Verhandlungen sollten auch fair bleiben. Das zielt schon eher auf die Zeit nach dem Austritt. Europa braucht weit
Rheinische Post: Liberale Leitplanken ...
von Gregor Mayntz Mehr Doppelpässe für die erste, aber weniger für die dritte Generation. Mehr Freiheit zur Gestaltung des eigenen Lebens, aber Impfpflicht für alle Kinder bis 14. Mehr Bereitschaft zur Übernahme von Regierungsverantwortung, aber ohne Mehrheitsbeschaffer eines christlich




