Allg. Zeitung Mainz: Gefechtslagen / Kommentar zu Studieüber Krieg / Von Reinhard Breidenbach
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diesem Wochenende rückte, wegen einer Oberbürgermeisterwahl, eine
Stadt ins mediale Rampenlicht, in der aber sogar heute noch Spuren
eines Bombenangriffs von 1945 zu sehen sind: Pforzheim. Krieg wird
immer Bestandteil der Menschheitsgeschichte sein. Die
Wahrscheinlichkeit eines Dritten Weltkriegs liegt vor allem deshalb
nahe Null, weil allen potenziell Beteiligten klar ist, dass es der
letzte wäre. Das, was in brutaler Verharmlosung als "regionale
Konflikte" umschrieben wird, ist allerdings schlimm genug. Kriege
sind, auch wenn der Begriff abgeschmackt klingen mag, komplizierter
geworden. Oft agieren nicht Staaten mit "regulären" Armeen, sondern
Kampfgruppen, hinter denen nicht zwingend Staaten stehen, vielmehr
andere "Interessenverbände". Dass sich bewaffnete Konflikte immer
stärker in Städte verlagern, wie das Internationale Institut für
Strategische Studien erklärt, ist nicht zuletzt ein Zeichen dafür,
dass sich die Grenzen dessen, was man in früheren Jahrzehnten Krieg
nannte einerseits und Terrorismus andererseits verwischen. Bei
alledem steht zu befürchten, dass viele Kriegsverbrechen respektive
Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen werden, ohne dass dies
publik wird oder - noch schlimmer -, ohne dass sich die
Weltöffentlichkeit sonderlich oder längere Zeit dafür interessiert.
Manchmal scheint es, als sei zunehmendes Desinteresse der
Öffentlichkeit die größte Gefahr für den Frieden. Dabei hat sich
umgekehrt doch ab und an erwiesen, dass eine kritische Öffentlichkeit
dem Frieden hilft; eigentlich ist die Gefechtslage also klar.
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Wolfgang Bürkle
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Datum: 09.05.2017 - 19:02 Uhr
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