Westfalen-Blatt: zur Ethikkommission der Fifa
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Herren vom Zürichberg. Leider fast immer für schlechte. Feuern die
Ethikchefs und sagen denen vorher nichts! Lernfähig geht anders,
liebe Granden des Weltfußballs. Die Begründung für diesen
umstrittenen Schritt, soweit sie bis jetzt bekannt ist, ist
abenteuerlich: zu europäisch, und dann reden die Ermittler auch noch
mit den Medien! Geht gar nicht. Findet Gianni Infantino, der
Schweizer, der den Schweizer Sepp Blatter beerbt hat. Aber die
Schweiz ist ja nicht so richtig Europa. Im Umgang mit der Fifa hilft
nur noch Sarkasmus. Mit dieser Taktiknummer bestätigt der
Weltfußballverband sämtliche Kritiker, von Vorurteilen kann jetzt
endgültig nicht mehr die Rede sein. Den neuen Ethikbeauftragten
deshalb vorzuwerfen, sie seien leichter zu händeln, ist allerdings
unlauter. Ihre Vita wirkt tadellos. Aber sie werden lange brauchen,
um sich in die Flut von höchst komplexen Fällen einzuarbeiten. Zeit,
die die Fifa, zumindest nach Ansicht der meisten, nicht mehr hat,
will sie in baldiger Zukunft nicht nur noch auf die Austragung von
Weltmeisterschaften in Pseudodemokratien, Oligarchen- und
Petrodollar-Staaten angewiesen sein. Nach dieser Fifa-Entscheidung
ist die Ausrichtung in nicht autokratisch regierten Ländern
möglicherweise auch Fußballfans selbst wohl nur noch schwer
vermittelbar.
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Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
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Datum: 10.05.2017 - 21:00 Uhr
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