Brand: Fluchtursachen bekämpfen - Anstrengungen für Afrika ausweiten
ID: 1501704
mit Menschen in Not
Am heutigen Weltflüchtlingstag hat das UN-Flüchtlingshilfswerk
UNHCR aktuelle Flüchtlingszahlen veröffentlicht. Sie befinden sich
auf einem Rekordstand. Dazu erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe
Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Michael Brand:
"Über 65 Millionen Menschen sind auf der Flucht, über 125
Millionen Menschen sind angewiesen auf humanitäre Hilfe. Nie gab es
mehr Menschen, die Hilfe zum Überleben brauchen. Das liegt vor allem
auch an der Vielzahl und der langen Dauer von Konflikten weltweit.
Drastische Beispiele dafür sind Syrien und der Südsudan.
Die Forderung, Fluchtursachen effektiv bekämpfen zu wollen, darf
nicht zu einer rhetorischen Floskel verkommen. Und humanitäre Hilfe
kann kein Ersatz dafür sein, die Anstrengungen zur Lösung politischer
Konflikte zu verstärken. Hier ist die internationale Gemeinschaft mit
konkreten Initiativen gefordert. Gerade mit Blick auf Afrika braucht
es gemeinsame Anstrengungen. Die G20-Initiative ist dringend
notwendig und muss ein Erfolg werden. Wirtschaftliches Wachstum ist
der Schlüssel Afrikas zu mehr Stabilität, mehr konkreter Perspektiven
für die Menschen.
Niemand sollte unterschätzen wie groß die Chancen sind,
tatsächlich etwas zu bewirken, wenn die Ursachen für Armut,
Perspektivlosigkeit und Flucht aktiv, rechtzeitig und mit den
richtigen Mitteln bekämpft werden.
Laut UNHCR ist Syrien - in Relation zur Gesamtbevölkerung -
weiterhin weltweit am stärksten von Flucht und Vertreibung betroffen:
Zwölf Millionen Menschen - fast zwei Drittel der Gesamtbevölkerung -
sind entweder Binnenvertriebene oder haben im Ausland Schutz gesucht.
Kinder machen mehr als die Hälfte der weltweiten Flüchtlinge aus.
Deutschland stellt sich seiner humanitären Verantwortung. In den
vergangenen fünf Jahren wurde das Budget für die humanitäre Hilfe der
Bundesregierung im Ausland mehr als verzehnfacht. Damit ist
Deutschland einer der größten humanitären Geber. Es förderte im Jahr
2016 humanitäre Hilfsmaßnahmen für rund 1,3 Milliarden Euro.
Gleichzeitig setzt sich Deutschland international für mehr Effizienz
im humanitären System ein.
Der UNHCR gehört dabei zu unseren wichtigsten Partnern. Die
Bundesregierung hat allein dem UNHCR im vergangenen Jahr 307
Millionen Euro zur Verfügung gestellt - so viel wie nie zuvor. Das
hat auch mit eigenen Interessen nach Stabilität bei uns zu tun.
Unser Engagement ist auch ein wichtiges Signal in Richtung Europa.
Da wir wollen, dass sich weniger Menschen auf die Flucht begeben,
muss es gelingen, die Ursachen in erster Linie vor Ort in den
Krisenregionen selbst zu bekämpfen. Hier sind auch die anderen
EU-Länder gefordert, sich noch stärker als bisher zu engagieren."
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Datum: 20.06.2017 - 15:12 Uhr
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