BITMi kritisiert Digital-Aktionismus der Bundesregierung
ID: 1507075
Der jüngste vom BITMi kritisierte Vorfall ereignete sich gestern, als Bundesjustizminister Heiko Maas in Berlin die Schaffung eines digitalen Antidiskriminierungsgesetzes und einer kontrollierenden behördlichen Digitalagentur ins Spiel brachte. Dies soll laut Maas für ?eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ohne Diskriminierungen? in der digitalen Welt sorgen. Durch Big Data und unbekannte Algorithmen zu deren Auswertung sei es möglich, dass Menschen aufgrund bestimmter Eigenschaften oder Verhalten diskriminiert werden, ohne dieses überhaupt zu erfahren. Um Diskriminierungen zu verhindern, sollen Unternehmen ihre Algorithmen offenlegen. Die Nutzer seien dann in der Lage, diese zu verstehen und wahrzunehmen, wie sie von Unternehmen und den verwendeten Algorithmen beeinflusst werden. Algorithmen, die in den Augen der Digitalagentur gegen das digitale Antidiskriminierungsgesetz verstoßen, wären dann nicht zulässig.
?Natürlich ist es wichtig, dass Menschen wissen, wie automatische Technologien mit ihren Daten umgehen und welche Folgen dies hat? äußerte sich Grün, ?aber mal wieder ist der Weg, der eingeschlagen werden soll, der absolut falsche?.
Laut Grün sei es bisher unstrittig gewesen, dass innovative, datenbasierte Geschäftsmodelle die Zukunft seien und Deutschland sich deswegen als so attraktiv wie möglich präsentieren muss, um einen Teil der Wirtschaft der Zukunft auch hierzulande zu entwickeln. ?Zwingt man Unternehmen mit datenbasierten Geschäftsmodellen ihre Algorithmen als absolutes Kern-Asset offenzulegen, werden diese Deutschland sicher meiden und wir verspielen erneut die Chance, hierzulande weltweit führende digitale Innovationen zu erschaffen? zeigte sich der BITMi Präsident besorgt.
Wie auch schon beim Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG), welches am Freitag im Bundestag verabschiedet wurde, liegt hier eine grundsätzlich unterstützenswerte Idee vor - die Lösung geht aber in eine absolut falsche Richtung. Der BITMi kritisierte das Gesetz bereits für grundsätzliche handwerkliche Mängel, aber auch für die Gefahr, dass die Betreiber von sozialen Netzwerken eher dazu angeleitet werden, eine Löschkultur zu etablieren, was am Ende eine Gefahr für die Meinungsfreiheit im Internet bedeutet.
Die ebenfalls in der letzten Woche vom Bundestag verabschiedete Modifikation des Telemediengesetzes, welche faktisch die WLAN-Störerhaftung abschaffen soll, wird grundsätzlich vom BITMi begrüßt. Auch hier gibt es aber handwerkliche Fehler, denn der Sperranspruch gegen Hotspotbetreiber hemmt die Verbreitung von WLAN Hotspots weiterhin unnötig. Zumal sei mit Digitalkompetenz erkennbar, dass sogenannte Netzsperren ein unwirksames Mittel sind, da diese technisch leicht zu umgehen seien.
Um in Zukunft Gesetze zu vermeiden, die überhastet und unausgegoren wirken, und auch um sinnvolle Lösungen für tatsächlich vorhandene Probleme zu finden, ist nicht nur der Dialog mit betroffenen Akteuren von Anfang an wichtig. Auch benötigt es eine übergeordnete Koordination der Digital-Gesetzgebung. So merkte ja Heiko Maas selbst an, dass die aktuelle Gesetzgebung mit der Digitalisierung nur schwer Schritt halte. Oliver Grün sagte dazu: ?Eine von uns geforderte Lösung wäre da ein ordentlich ausgestatteter Digitalminister, der nicht nur koordinativ tätig wird, sondern den Fachministerien durch seine Expertise hilft, Gesetze zu schaffen, die mit der digitalen Realität wirtschafts- und freiheitsfreundlich Schritt halten können." Der BITMi wertet somit die aktuellen Vorfälle als Bestätigung seiner Forderung nach einem eigenständigen Digitalministerium, siehe Positionspapier Digitaler Mittelstand 2020.
Über den Bundesverband IT-Mittelstand:
Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) vertritt über 1.500 IT-Unternehmen und ist damit der größte IT-Fachverband für ausschließlich mittelständische Interessen in Deutschland.
Weitere Informationen:
Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi), Pascalstraße 6, 52076 Aachen, kontakt@bitmi.de, Tel.: 0241/1 89 05 58, Fax: 0241/1 89 05 55, Internet: www.bitmi.de
Hauptstadtbüro:
Haus der Bundespressekonferenz, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin, Tel.: 030/226 05 005, Fax: 030 /226 05 007
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Über den Bundesverband IT-Mittelstand:
Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) vertritt über 1.500 IT-Unternehmen und ist damit der größte IT-Fachverband für ausschließlich mittelständische Interessen in Deutschland.
Weitere Informationen:
Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi), Pascalstraße 6, 52076 Aachen, kontakt(at)bitmi.de, Tel.: 0241/1 89 05 58, Fax: 0241/1 89 05 55, Internet: www.bitmi.de
Hauptstadtbüro:
Haus der Bundespressekonferenz, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin, Tel.: 030/226 05 005, Fax: 030 /226 05 007
Datum: 04.07.2017 - 10:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1507075
Anzahl Zeichen: 5133
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Aachen/Berlin
Kategorie:
Internet-Portale
Diese Pressemitteilung wurde bisher 385 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"BITMi kritisiert Digital-Aktionismus der Bundesregierung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mit dem offiziellen Start des neuen Horizon-Projekts TRUST (Trusted Regulatory Compliance Services for Europe) beginnt der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) mit seinen Partnern eine wegweisende Initiative zur Vereinfachung regulatorischer Compliance für Unternehmen in Europa. Das Projekt zi
Reformpaket adressiert Bürokratie – doch bei Steuern bleibt der große Wurf aus ...
Das gestern veröffentlichte Reformpaket der Bundesregierung enthält einige vielversprechende Ansätze, allerdings bleibt die konsequente Umsetzung abzuwarten. Positive Ansätze finden sich bei den Punkten zum Bürokratieabbau und dem vereinfachten Datenschutz, der Förderung von Zukunftsbranchen s
Studie: Mittelstand setzt auf Mittelstandssoftware statt Konzernlösungen ...
Der deutsche Mittelstand setzt bei seiner Digitalisierung entgegen landläufiger Meinung nicht einseitig auf globale Softwarekonzerne, sondern in großem Umfang auf Lösungen aus dem heimischen IT-Mittelstand. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, Prozesse u
Weitere Mitteilungen von Bundesverband IT-Mittelstand e.V.
Neuheiten zur IFA: Preview-Award Medienpreis geht an das Internet-der-Dinge Unternehmen Smartfrog ...
Zwei Monate vor Beginn der Internationalen Funkausstellung (IFA) haben Journalisten die intelligente Überwachungskamera des Technologieunternehmens Smartfrog zum innovativsten Produkt gewählt. ?Wir freuen uns sehr, dass unser Produkt bei der Digital Lifestyle Preview anlässlich der IFA A
Weltweit erstmalig IP-Kamera als?sicher? zertifiziert ...
AV-TEST, Deutschlands größter unabhängiger Anbieter für IT-Sicherheitstests, hat die Smartfrog Videoüberwachungslösung für zuhause als sicher zertifiziert und mit drei (von drei möglichen) Sicherheitssternen ausgezeichnet. Damit ist Smartfrog, ein führendes europäisches Technologi
Neu: pinRemote 4.0 - das bessere VPN! ...
Die Pintexx GmbH, Entwickler von Remote Access Software, stellt ihre neue Produktversion "pinRemote 4.0" vor. pinRemote ist ein Zugriffssystem für den Fern-Zugriff auf PCs, virtualisierte Desktops oder Windows-Anwendungen über jeden HTML5-fähigen Browser, auf mobilen und nicht-mobilen
Die Zukunft im Auge: Cybay New Media investiert in Eye-Tracking Lab ...
Durch die Investition in ein eigenes Eye-Tracking Lab ist Cybay New Media in Sachen Usability dem Markt einen Schritt voraus. Anwendung findet die neue Technik bei der Qualitätssicherung in der Konzept- und Designphase und im Rahmen der Optimierung bestehender Produkte. Mittels Eye-Trackin




